Ein dreimaliges Hoch auf Seine Majestät

Der verstorbene König Wilhelm I. von Württemberg wird beigesetzt. Sein Nachfolger legt in Geislingen einen kurzen Stopp ein. Berichte vom Juli 1864.

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Zwei württembergische Könige spielen vor 150 Jahren in den Juliausgaben des "Alb- und Filsthalbote", des direkten Vorläufers der Geislinger Zeitung, eine Rolle. Im Alter von 82 Jahren ist König Wilhelm I. verstorben. Der "Bote" berichtet über die Überführung des Leichnams zur Beisetzung u.a.: "Punkt eins verließ der königliche Trauerwagen den Schloßhof, gezogen von 6 schwarzbehängten Trakhenerrappen, begleitet durch die K. Leibgarde zu Pferd ... Langsam und gemessen ging es ... am Rosenstein, dem Sterbeort, vorüber nach Cannstatt. Dort stand die ganze Bürgerschaft, die Feuerwehr, die Turner und die Jugendwehr in geordneten Reihen mit brennenden Fackeln und die bürgerlichen Kollegien hatten sich aufgestellt, um dem geliebten Landesvater den letzten von Thränen befeuchteten Blick des Dankes nachzusenden für das reiche Maas von Liebe und Güte," das der Bevölkerung durch den Monarchen teilhaftig geworden sei.

Der Nachfolger ist im Amt. Bei einer Zugfahrt am 29. Juli nach Ulm steigt "Seine Majestät der König Karl" im Bahnhof Geislingen aus - doch das ist vorher nicht rechtzeitig bekannt, bedauert der "Bote". Dennoch empfangen den König etliche "freudig gestimmte" Anwesende mit einem "dreimaligen Hoch".

Einige weitere Beispiele für lokale Themen im "Bote" vor 150 Jahren: Ende Juli richtet ein Gewitter "nicht unbedeutenden Schaden" an. Die neue Stöttener Steige ist noch nicht für den Verkehr frei gegeben, warnt der "Bote". In Treffelhausen beginnen die Bauarbeiten für eine Kirche. In Donzdorf ertrinkt ein 21-Jähriger beim Baden in der Lauter - sein Leichnam wird später in der Fils bei Eislingen gefunden. In Geislingen wird der Bürger-Ausschuss gewählt, ein wichtiges Kontrollgremium des Gemeinderats.

Ausführlich berichtet der "Bote" von der Gerichtsverhandlung in Ulm gegen Martin Heldele aus Treffelhausen. Der 26-Jährige hat mit einem Brüderpaar aus Stötten nachts die Witwe Bosch in Stötten überfallen und schwer verletzt. Die Täter brachen ein vergittertes Fenster auf und drangen in das Haus, in der die Frau alleine wohnte. Die Überfallene wehrte sich heftig, die Täter brachten ihr aber zwölf Hieb- und Schnittverletzungen bei. Dann flohen sie, wurden aber ermittelt und gefasst. Der Haupttäter wird nun zu zwei Jahren Arbeitshaus verurteilt.

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