Vater muss wegen sexuellen Missbrauchs ins Gefängnis

Wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter ist ein 46-Jähriger zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden.

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Die Vorwürfe haben sich erhärtet. Der 46-Jährige Familienvater, der am Dienstag wegen schweren sexuellen Missbrauchs seiner eigenen Tochter angeklagt wurde, ist vom Landgericht Ulm gestern zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Bereits am ersten Verhandlungstag hatte der Berufskraftfahrer eingeräumt: „Die Vorwürfe mit dem Anfassen gebe ich zu.“ Laut ihm sei es im Zeitraum der Übergriffe an seiner damals 13- beziehungsweise 14-jährigen Tochter bei Berührungen, Streicheln und Anfassen des Intimbereichs geblieben. Mehr sei nicht passiert.

Dass es nicht nur bei oberflächliche Übergriffen geblieben sein soll, wurde bereits am Dienstag deutlich. Vor allem in den Aussagen des Mädchens spiegelten sich gewichtige Anhaltspunkte wieder, wie der Vorsitzende Richter der 3. Großen Strafkammer, Wolfgang Tresenreiter, deutlich machte. Der Vorwurf des erzwungenen Analverkehrs stand im Raum. „Ich bin nicht in sie eingedrungen“, wiederholte der Angeklagte immer wieder.

Für den zweiten Verhandlungstag musste die 16-jährige Nebenklägerin deshalb selbst als Zeugin vor Gericht erscheinen. Es gehe ihr den Umständen entsprechend, hatte ihre Mutter zuvor erzählt. Mit Blick auf den anstehenden Prozess habe sie aber immer wieder sehr aggressiv reagiert. Ihrer Mutter, die mittlerweile vom Vater geschieden ist, habe sie nie Details zu den Übergriffen erzählt. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde die Schülerin angehört. Erst in der Urteilsverlesung wurde deutlich, dass sich im geschlossenen Sitzungssaal die Vorwürfe der Vergewaltigung erhärtet hatten. In drei Fällen – im Thermalbad in Bad Ditzenbach, auf dem Dachboden der eigenen Wohnung und im elterlichen Ehebett – sah es das Gericht als erwiesen an, dass ein besonders schwerer sexueller Kindesmissbrauch vorlag. Nicht einmal die Öffentlichkeit oder die Anwesenheit der Mutter im Haus konnte die Schutzbefohlene im Jahr 2014 vor den Übergriffen schützen. In diesen drei Fällen des schweren Missbrauches sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Tatbestand am „äußersten Grad der Rechtsprechung“ erfüllt sei. Nach Aussage der Zeugin sei von „einem Eindringen in den Körper“ auszugehen, was der Angeklagte vehement geleugnet hatte. Bei der Urteilsfindung bedachte das Gericht das umfassende Geständnis des Angeklagten, das er zu den minder schweren Vorwürfen gemacht hatte.

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