Dörfer wollen Chancen des Wandels nutzen

Mit umfassender Bürgerbeteiligung plant die Stadt Ebersbach, ein Ortsentwicklungskonzept für die Teilorte Weiler und Roßwälden auf den Weg zu bringen. In Weiler wird schon fleißig geplant.

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Weiler hat seinen dörflichen Charakter noch erhalten. Jedoch bereiten leerstehende Gebäude Sorgen, die zu zerfallen drohen. Foto: Staufenpress

Ein schmucker Dorfplatz, renovierte Bauernhäuser, neue Wohnformen - die Überlegungen und Ideen sind vielfältig. Die Ebersbacher Stadtteile Roßwälden und Weiler sehen für ihre Dörfer große Entwicklungs- und Gestaltungsspielräume. Aber, um die Wohn-, Lebens- und Arbeitsqualität in den Stadtteilen dauerhaft zu sichern, müssen Zukunftsperspektiven entwickelt werden, sind sich die Ortschaftsräte der beiden Ebersbacher Teilorte einig. Der Ausschuss für Technik und Umwelt des Gemeinderats hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Ortsinnenentwicklung mit professioneller Begleitung anzugehen. Dafür soll ein Förderantrag im Programm "Flächen gewinnen durch Innenentwicklung" beim Ministerium für Verkehr und Infrastruktur gestellt werden.

Die Aussichten, dass Ebersbach in den Genuss eines 50-Prozent-Zuschusses kommt, seien nicht schlecht, meint Sabine Müller-Herbers vom Planungs- und Consulting Unternehmen Baader-Konzept GmbH. Denn das Landesprogramm sei noch nicht überzeichnet. Dass das Ebersbacher Vorhaben genau die Intention des Förderprogramms trifft, da ist sich Müller-Herbers mit Susanne Mehlis, beim Ebersbacher Bau- und Umweltamt für Stadtsanierung zuständig, einig. Denn ein Arbeitsschwerpunkt des Vorhabens in den Ebersbacher Stadtteilen ist, leer stehenden Gebäuden neues Leben einzuhauchen beziehungsweise innerörtliche Baulücken zu schließen. Mit der Erstellung des Innenentwicklungskatasters für Gesamt-Ebersbach und der daraus resultierenden Baulückenbörse habe die Stadt bereits viele Lücken aktivieren können, berichtete Mehlis.

Aufgrund der älter werdenden Bevölkerung und des Strukturwandels in der Landwirtschaft stünden heute schon Gebäude leer oder es sei absehbar, dass keine Nachfolge vorhanden sei, erklärt Müller-Herbers. In beiden Stadtteilen sei erkannt worden, dass dieser Wandel auch Chancen in sich berge, die es aktiv zu nutzen gelte.

Den Planern ist es wichtig, die Konzepte im Dialog mit den Bürgern zu entwickeln, um Akzeptanz für die Ortsentwicklung zu schaffen und die dörfliche Gemeinschaft zu stärken. "Das Interesse in beiden Orten ist groß", berichtet Susanne Mehlis, insbesondere in Weiler sei das Engagement enorm. In dem Teilort wurde bereits Vorarbeit geleistet. Die Stadtplanerin Tanja Mayer hat ihre Bachelor-Arbeit über die Entwicklungsmöglichkeiten ihres Heimatortes geschrieben. Unter dem Arbeitstitel "Weiler übermorgen" werden die Arbeitsschwerpunkte unter anderem die Umstrukturierung der Weiler Straße, die Gestaltung einer neuen Ortsmitte, Bau- und Umnutzungskonzepte für Einzelgebäude sowie die Aktivierung von Baulücken sein.

In Roßwälden wird man sich mit der Neustrukturierung des Quartiers Kirch-/Brunnenstraße, einer dichteren Bebauung des Bereichs Brühl-/Dorfstraße sowie neuen, generationsübergreifenden Wohnformen befassen. Die Innenentwicklungskonzepte sollen Pilotcharakter haben. "Wir versprechen uns methodische Erkenntnisse, die wir auf andere Stadtteile anwenden können", erklärt Susanne Mehlis. Abzüglich des Landeszuschusses investiert die Stadt knapp 27 000 Euro in die Ortsentwicklungskonzepte.

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