Diskussion um neuen Trecker: Iseki, Kubota oder John Deere?

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Ein Traktor ist nicht gleich ein Traktor. Diese Erfahrung machten die Birenbacher Gemeinderäte bei der Diskussion um ein neues Fahrzeug für den Bauhof.

Schon seit mehreren Jahren überlegt der Gemeinderat, für den Bauhof einen neuen Schlepper anzuschaffen. Der vorhandene „Iseki“ ist in die Jahre gekommen. Obwohl: „Er hat sich bewährt“, stellte Bürgermeister Frank Ansorge fest.

Dennoch ist das 2006 beschaffte Arbeitsgerät mit seinen 23 PS etwas schmalbrüstig: „Das hat sich in der Praxis und im Dauereinsatz als etwas zu gering erwiesen.“ Im Haushalt sind auch schon die notwendigen Mittel bereit gestellt. Außerdem rechnet die Gemeinde nun mit steigender Reparaturanfälligkeit und damit verbundenen höheren Kosten des Traktors, nachdem er in den Vorjahren schon zwei Mal in die Werkstatt musste. Der Bauhof sondierte daraufhin den Markt und holte Angebote ein. Fazit: Die Hersteller bieten zwar insgesamt ähnliche,  aber dennoch in Teilbereichen unterschiedliche Baureihen mit unterschiedlicher Motorisierung an. Dadurch sei ein Vergleich der Fahrzeuge nur bedingt möglich gewesen.

Drei Modelle kamen in Frage

Dennoch wurden drei in Frage kommende Modelle gefunden: ein Iseki, ein Kubota und ein John Deere für Neupreise zwischen 35 000 und 40 000 Euro. Bei Iseki und John Deere gab es preiswertere Vorführmodelle. Zudem werde das alte Modell des Bauhofs für etwa 2500 Euro in Zahlung genommen.

Der Bauhof sprach sich deutlich für den Iseki aus, also ein Modell der Firma, das bereits in Verwendung ist und mit dem man gute Erfahrung machte. Dazu komme, dass die vorhandenen Geräte wie Mähwerk oder Kehrmaschine und ähnliches auch an das neue Modell passten. Der „John Deere“ müsste für 1000 weitere Euro umgebaut werden, um die Geräte nutzen zu können, für den Kubota müsse man wegen seiner gänzlich unterschiedlichen Technik auch die wechselbaren Arbeitsgeräte erneuern. Außerdem bemängelte der Bauhofleiter das Gaspedal, das unpraktisch konstruiert sei. Bei einer Probefahrt habe er beinah einen Unfall verursacht, weil sich sein Arbeitsschuh im Bereich der Pedale verhakt habe.

Traktoren wurden vorgeführt

Beim „John Deere“ wiederum sei die Kabine zu eng konstruiert und wegen einer voluminösen Motorhaube und sehr breiter Kotflügel sei das Fahrzeug unübersichtlich. Man könne zum Beispiel die an der Front montierten Arbeitsgeräte nicht erkennen. Außerdem lasse die technische Verarbeitung zu wünschen übrigen: „Ein typischer Ami – alles schwammig, alles locker“, beschrieb der Bauhofleiter seinen Eindruck.

Davon konnten sich die Gemeinderäte selbst ein Bild machen, denn alle drei Fahrzeuge wurden von den Händlern am vergangenen Montag vor der Gemeinderatssitzung den Kommunalpolitikern vorgeführt.

Überzeugt hat der Iseki. Der als Vorführmodell angebotene Traktor soll für 33 800 Euro gekauft werden, dafür wird der alter Trecker für 2500 Euro in Zahlung gegeben. Allerdings sollte das neue Fahrzeug statt der normalen Scheinwerfer mit LED-Leuchten ausgestattet sein und eine Wachsversiegelung erhalten.

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