Diskussion über die Erinnerungskultur

Im Rahmen der Schönhengstgauer Heimattage am Wochenende findet erstmals eine Podiumsdiskussion zum Thema Verständigung statt. Die Festansprache hält am Samstag Landtagspräsident Guido Wolf.

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Im Jahr 1955 hat die Stadt Göppingen die Patenschaft über die Vertriebenen aus dem Schönhengstgau übernommen. Am Samstag und Sonntag, 2. und 3. August, finden in der Hohenstaufenstadt die 42. Schönhengster Heimattage statt. Auf Vorschlag der Stadt Göppingen und in Kooperation mit dem Heimatbund ist in diesem Jahr in das Programm der Heimattage ein öffentliches Podiumsgespräch integriert, das unter dem Titel "Erinnerung, Verständigung, Zukunft" steht. Die Zahl der Angehörigen der Erlebnisgeneration wird immer kleiner. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf die Erinnerungskultur? Wie kann die auf lokaler Ebene in Gang gekommene Verständigung vertieft, verbessert, ergänzt werden, auch wenn die politische Ebene noch hinterherhinkt?

Für den Meinungsaustausch sind Personen eingeladen, die sich um eine Kultur der Verständigung und Bewahrung der Erinnerung bemühen. Das Podiumsgespräch im Klosterneuburgsaal der Stadthalle, das am Samstag von 10.15 bis 11.45 Uhr stattfindet, moderiert Dr. Christine Absmeier, die Leiterin des Hauses der Heimat des Landes. Ein Impulsreferat hält Dr. Elisabeth Fendl. Sie ist die Beauftragte für den Aufbau des Sudetendeutschen Museums in München. Auf dem Podium diskutieren Dr. Werner Nowak, Ehrenobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft Baden-Württemberg, Irene Kunc, Leiterin des deutsch-tschechischen Begegnungszentrums "Walther Hensel" in Mährisch-Trübau, Oberbürgermeister Guido Till sowie Gäste aus Tschechien Marie Borkovcová, Museumsleiterin in Landskron, Stanislava varcová, Bürgermeisterin von Landskron, Frantiek John, Bürgermeister von Hohenstadt.

Um 13 Uhr am Samstag wird im Foyer der Stadthalle die Fotoausstellung "Die Schönhengster - wo lebten sie früher, wo leben sie heute" von Karl Klug eröffnet. Um 14 Uhr folgt die festliche Eröffnung der Heimattage durch Obmann Gerhard Müller an; die Ansprache wird Landtagspräsident Guido Wolf halten.

Im Rahmen des großen Volkstumsabends im Foggia-Saal der Stadthalle wird die Adalbert-Stifter-Medaille an Dietlinde Jenisch überreicht, den Schönhengster Kulturpreis erhält Karl Klug, und mit der Walther-Hensel-Medaille wird Alfred Richter ausgezeichnet. Das Motto des Abends lautet "60 Jahre Schönhengster Sing- und Spielschar - im Wandel der Zeit". Bereits 1954 trafen sich in Wels (Österreich) erstmals junge sudetendeutsche Vertriebene, um das Kulturgut ihrer verlorenen Heimat zu bewahren. Heute sind Kinder und Enkelkinder vieler Gründungsmitglieder in der Gruppe aktiv, die aufgrund der geografisch weit verstreuten Wohnsitze nur wenige gemeinsame Auftritte im Jahr bewerkstelligen können.

Am Sonntag beginnt um 9.30 Uhr der Festgottesdienst in der Kirche St. Maria, und ab 11 Uhr treffen sich die Schönhengster Heimatgruppen wieder in der Stadthalle. Parallel wird dort die Präsentation "Die Schönhengster Tracht - neu gesehen - neu erlebt" vorgestellt. Um 14 Uhr führt Karl Klug durch seinen Diavortrag "Der Schönhengstgau". Das Schönhengster Heimatmuseum im Alten Kasten ist an beiden Tagen von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

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