Die Tour des Lächelns

In Göppingen ist die Segway-Saison eingeläutet worden. An insgesamt acht Terminen bietet die Stadt dieses Jahr Führungen auf den Elektrorollern an. Eine besondere Art, die Hohenstaufenstadt zu erkunden.

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Auf Elektrorollern durch die Hohenstaufenstadt. Acht Termine für Segway-Stadtführungen gibt es dieses Jahr in Göppingen.  Foto: 

Der Knirps, der im Schlepptau seiner Mama durch die Kirchstraße trottet, kann seine Augen gar nicht von dem Geschehen hinter dem Rathaus lösen. Erwachsene Menschen kurven auf zwei Rädern auf und ab - mehr oder minder geschickt und mit konzentrierter Miene. Vor der etwas anderen Stadtführung durch Göppingen steht eine gründliche Einweisung. Lächeln und schöne, runde Bewegungen", ermahnt Tour-Guide Peter "Pit" Böhringer und grinst. Der Mann hat gut reden, ist es doch etwas gewöhnungsbedürftig, "gehirnlos", zu fahren, sprich das Gefährt intuitiv durch entsprechende Körperbewegungen vorwärts und zurück, nach links und rechts zu bewegen oder zu drehen.

Im zweiten Jahr bietet die Stadt Touren auf Segways an, ein Zusatzangebot, das gut gebucht werde, sagt Iris Unger vom i-Punkt im Rathaus. "Der Reiz dabei ist, dass man einen viel größeren Radius hat als zu Fuß", erklärt Stadtführerin Margit Haas. Auch für sie und ihre Kollegen sei diese Art der Stadterkundung nichts Alltägliches. Und auch die vier Teilnehmer an diesem sonnigen Frühlingstag wollen Spaß haben. "Ich will das Segwayfahren auf vertrauten Wegen ausprobieren", sagt Maria Liebrich aus Wangen, die mit ihrem Mann gekommen ist. Auch Marianne Heck ist Göppingerin, wenn auch eine zugezogene. Sie wollte ihrer Schwester, die in der Nähe von Trier lebt und zu Besuch ist, einmal eine besondere Stadtführung bieten. Das wird es zweifellos. Die vier, die die Hohenstaufenstadt auf den Elektrorollern erkunden wollen, haben die Gefährte jetzt soweit in Griff, und Pit Böhringer gibt das Signal zum Aufbruch.

Nahezu lautlos schwebt die Roller-Kolonne die Schulstraße abwärts und biegt in Richtung des Stadtmuseums im Storchen ab, der ersten Station der Tour. Knackig und unterhaltsam gibt Margit Haas einen kurzen Abriss über die Geschichte des Gebäudes, flicht einige Anekdoten ein und schon setzt sich der Tross wieder in Bewegung. "Genießen Sie diese Kurve", ruft Haas beim Einbiegen von der Wühle- in die Schlossstraße, dem einzigen noch verbliebenen mittelalterlichen Straßenzug.

Die Fahrer tun, was sie können, inzwischen sieht das alles sehr entspannt aus, die lockere Haltung beim Einbiegen auf den Schlossplatz fällt nicht schwer und der Tross genießt die volle Aufmerksamkeit derer, die dort in der Sonne sitzen. Am Synagogenplatz gibt es einen Abriss über die Geschichte der Juden in der Hohenstaufenstadt, im Oberhofenpark macht Haas auf botanische Besonderheiten aufmerksam. Weiter geht's zum Barbarossasee mit einem Exkurs über das frühere Freibad und die Göppinger Eiskeller.

"Lust machen auf mehr Göppingen" soll diese Tour auf den Elektrorollern, sagt Margit Haas. Das fällt nicht schwer, denn nun geht es hinaus ins Grüne und zum Denkmal für die toten russischen Kriegsgefangenen, die hier nach den Schlachten von Austerlitz und Schöngrabern begraben wurden. Als der Tross nach einem letzten Stopp vor der Stadthalle wieder zum Ausgangspunkt hinter dem Rathaus einbiegt, ist Pit Böhringer sehr zufrieden - alle wohlbehalten gelandet. Nun muss der Segway-Guide auch nicht mehr das Lächeln anmahnen. Das kommt jetzt ganz von selbst.

Info Die Segway-Stadtührung kostet pro Person 59 Euro. Infos im i-Punkt, Telefon: (07161) 650-292.

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