Die Kleinen erwarten Großes

Der Mittelstand setzt darauf, dass Handelshemmnisse fallen, die Wirtschaftsverbände sehen die Chance, das Welthandelssystem mitgestalten zu können: Bei einer Expertenrunde der Göppinger IHK ging es um TTIP.

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Ein Montagearbeiter baut eine Drehmaschine zusammen. Beim Export in die USA verteuern sich solche Güter um bis zu 20 Prozent - eine Last für den Mittelstand, der hofft, dass durch TTIP solche Handelshemmnisse wegfallen.  Foto: 

Ist TTIP Chance oder Risiko? Einig waren sich der Göppinger SPD-Landtagsabgeordnete und Staatssekretär Peter Hofelich und Freya Lemcke von der IHK-Vertretung in Brüssel darüber, dass die Bevölkerung das Thema kontrovers diskutiert. "So muss es in einer funktionierenden Demokratie sein", sagte Hofelich zur Debatte über das Handels- und Investitionsabkommen, welches derzeit die EU und die USA aushandeln.

Wichtig sei ein transparenter Prozess, zu dem die Landesregierung mit ihrem TTIP-Beirat zusätzlich beitragen wolle, sagte Hofelich. Dort sollten auch kritische Stimmen Gehör finden, um die Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Denn die Chancen seien - beachte man einige rote Linien, die nicht überschritten werden dürften - groß. Gerade mit Blick auf eine "Gestaltung der Globalisierung".

Ein Aspekt, den Lemcke ebenso hervorhob: "Wir müssen Welthandelsabschlüsse mitgestalten." Das Welthandelssystem könne man dann gemeinsam beeinflussen. Denn trotz aller Unterschiede gebe es in Europa und den USA dieselben Wurzeln hinsichtlich Menschenrechte und Umweltstandards.

Große Erwartungen an TTIP habe auch der Mittelstand. Mehr als 60 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen im Land bewerten laut Lemcke das Abkommen als wichtig oder sehr wichtig. Ganz oben auf der Wunschliste stünden die Vereinfachung der Zollabwicklung, der Abbau von Zöllen und die Angleichung von Standards.

Wie wichtig dies in der Praxis ist, zeigte Armin Schürz, technischer Leiter der Schlierbacher Firma Widmann. Der Spezialmaschinenhersteller hat eine Exportquote von mehr als 80 Prozent. Die Hälfte der Produkte aus Schlierbach gehe Richtung USA. Daher sei es für die Firma wichtig, dass die rechtsverbindlichen Grundlagen zur Zulassung der Maschinen angeglichen werden.

Mit einem Beispiel machte Schürz deutlich, welche Mehrkosten derzeit mit dem US-Export verbunden sind. Für eine 450 000 Euro teure Maschine müssen demnach 40 000 Euro investiert werden, um diverse Zulassungen und Zertifizierungen für den Betrieb in den USA zu erhalten.

Mit diesen rund neun Prozent der Kosten für das eigentliche Produkt liege der Mittelständler in Schlierbach sogar noch am unteren Rand, sagte Lemcke. Nicht selten entstünden bei der Zulassung Mehrkosten von mehr als 20 Prozent.

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