Die Bürger haben das Wort

Göppingen, Heiningen, Bad Boll und Gruibingen: In diesen vier Kommunen im Kreis finden in diesem Jahr Bürgermeisterwahlen statt. In Göppingen stellt sich OB Guido Till am 14. Oktober zur Wiederwahl.

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  • Der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till stellt sich am 14. Oktober zur Wiederwahl. Bis jetzt hat der 55-Jährige keinen Gegenkandidaten. Foto: Archiv / Staufenpress 1/4
    Der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till stellt sich am 14. Oktober zur Wiederwahl. Bis jetzt hat der 55-Jährige keinen Gegenkandidaten. Foto: Archiv / Staufenpress
  • Bisher ohne Gegenkandidat: Heininger Schultes Norbert Aufrecht 2/4
    Bisher ohne Gegenkandidat: Heininger Schultes Norbert Aufrecht
  • Bei der Wiederwahl vor acht Jahren musste er kämpfen: Hans-Rudi Bührle, Schultes von Bad Boll 3/4
    Bei der Wiederwahl vor acht Jahren musste er kämpfen: Hans-Rudi Bührle, Schultes von Bad Boll
  • Hüllt sich noch in Schweigen: Roland Schweikert, Schultes von Gruibingen 4/4
    Hüllt sich noch in Schweigen: Roland Schweikert, Schultes von Gruibingen
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Der Göppinger Oberbürgermeister Guido Till hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt vor fast sieben Jahren erklärt, er werde 2012 erneut kandidieren. Am 14. Oktober ist es nun soweit: Die Göppinger Bürger sind wieder zur OB-Wahl aufgerufen. Bisher ist von einem Gegenkandidaten nichts bekannt. Die SPD, der Till im Herbst 2009 nach anhaltenden Differenzen den Rücken gekehrt hatte, will zwar einen eigenen Bewerber ins Rennen schicken. Die Suche der Genossen gestaltet sich aber offenbar schwierig. Über eine Kandidatur hat auch Stadtrat Christian Stähle (Die Linke) laut nachgedacht. Endgültig erklärt hat er sich aber bisher nicht. Besonders gut zurecht kommt OB Till im Gemeinderat mit der CDU-Fraktion. Die meisten Göppinger Christdemokraten würden den parteilosen Till nach jetzigem Stand auch im OB-Wahlkampf unterstützen. Mit Spannung erwartet wird, ob die bei der letzten Gemeinderatswahl erstarkten Grünen einen eigenen Kandidaten aufs Schild heben. Till hatte vor acht Jahren als Herausforderer den Amtsinhaber Reinhard Frank (CDU) geschlagen.

Ziemlich klar ist die Situation in Heiningen: Bis gestern hatte Amtsinhaber Norbert Aufrecht keinen Gegenkandidaten. Falls sich noch einer melden wollte, hätte er nur noch heute bis 18 Uhr Zeit. Dann läuft die Bewerberfrist ab - gewählt wird bereits in dreieinhalb Wochen. Aufrecht hat früh erklärt, dass er sich um eine zweite Amtszeit bewirbt. Der 50-jährige hatte sich vor acht Jahren gegen fünf Mitbewerber durchgesetzt. Es wurde ein Zweikampf mit dem damaligen Heininger Gemeinderat Marius Hick, den Aufrecht mit 55 gegen 35,9 Prozent deutlich gewann. Hick ist heute ein Amtskollege von Aufrecht: Vor zwei Jahren wählten ihn die Gingener mit 70 Prozent zu ihrem Bürgermeister.

In Bad Boll wird im Herbst gewählt, der Wahltermin steht noch nicht fest. Amtsinhaber Hans-Rudi Bührle hat sich noch nicht erklärt, ob er für eine dritte Amtszeit kandidiert. Das wolle er nicht über die Zeitung kundtun, sondern zu gegebener Zeit im angemessenen Rahmen, sagt er auf Nachfrage. Der gebürtige Laichinger, der vor 16 Jahren als Nachfolger von Klaus Pavel ins Amt kam, der als Landrat in den Ostalbkreis zog, hatte es bei seiner Wiederwahl vor acht Jahren nicht einfach. "Bürgermeister für Boll" wollte auch Heinrich Götz werden, seines Zeichens Rechtsanwalt, CDU-Mitglied und Stadtrat in seiner Heimatstadt Nürtingen. Der damals 45-jährige holte 38,6 Prozent gegen den Amtsinhaber, der auf 60 Prozent kam. Dauerbewerber Werner Tereba war mit 1,1 Prozent der dritte im Bunde. An Bührle schieden sich die Geister - der Wahlkampf wurde erbittert geführt. Weil etliche Boller Vereinsvorstände Bührle auf einem Wahlplakat unterstützen, gab es anschließend sogar Vereinsaustritte. Allerdings wohl nur von Mitgliedern, die sowieso kein Interesse mehr am Verein hatten. Herausforderer Götz hat später bewiesen, dass ers kann: 2007 wählten ihn die Haigerlocher zum Bürgermeister.

Ob sich das Spiel von 2004 wiederholt - die Vorzeichen sind heute andere. Damals gab es viel Unmut im Gemeinderat gegen Bührle, in fast jeder Sitzung wurde er öffentlich kritisiert. Bei der Ausschreibung der Bürgermeisterwahl wählte das Gremium eine Form, die Gegenkandidaten willkommen hieß.

Bührles Wiederwahl hat der Gemeinderat damals respektiert, die Angriffe haben aufgehört, beide Seiten kommen miteinander klar. Sorgen machen muss sich Bührle eher wegen der Bürgerinitiative gegen den geplanten Trainingsplatz am Erlengarten, der zu einem Bürgerbegehren geführt hat, das bis heute vor sich hin schwelt.

In Gruibingen ist die Situation nicht ganz klar. Bürgermeister Roland Schweikert hat die erste Gelegenheit verstreichen lassen, seine Kandidatur anzukündigen. Dies wäre vor Weihnachten möglich gewesen. Der Amtsinhaber, der vor 16 Jahren Nachfolger von Walter Kuhn wurde, will die Zeit zwischen den Jahren nutzen, seine Entscheidung in Ruhe zu treffen und am 17. Januar bekanntzugeben. Der Wahltermin ist bereits auf den 6. Mai festgelegt. Was hinter diesem Zögern steht, ist unklar. Amtsmüdigkeit sicher nicht. Vor acht Jahren hatte der gebürtige Winzinger nur Dauerkandidat Werner Tereba als Konkurrenz. Wiedergewählt wurde er damals mit 91,5 Prozent der Stimmen.

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