Die Abfuhr bestimmt das Geschäft

Für den Holzheimer Entsorger "DU" war 2011 bestimmt von den Vorbereitungen auf die Hausmüllentsorgung. Bis Ende März soll die Umstellung abgeschlossen sein. Reklamationen lägen im Promillebereich.

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Die Umstellung der Müllabfuhr hielt den Entsorger auf Trab. Foto: Archiv

"Wie läuft die Umstellung bei der Hausmüllentsorgung und wie schnell bekommen wir mögliche Probleme in den Griff?" Das war laut Beate Schwarz, Geschäftsführerin der Firmengruppe "DU: willkommen in der Umwelt", das bestimmende Thema zum Jahreswechsel beim Holzheimer Entsorger. Seit 1. Januar ist das Familienunternehmen, zu dem die Firmen ETG, Entsorgung und Transport, PET-Recycling, Metallrecycling (MRG), Fetzer Rohstoff Recycling und R&S Vertriebs-Kontor gehören, für die Abholung des Hausmülls im gesamten Landkreis Göppingen zuständig.

Weil sich Abholtermine verschoben haben, Routen optimiert wurden und die Bewohner einiger Städte und Gemeinden sich an einen neuen Dienstleister gewöhnen mussten, rechnete Betriebsleiter Rainer Mettmann mit Reklamationen. "In den ersten Januartagen war es schlimm", sagt der 59-Jährige, der seit 27 Jahren beim Entsorger arbeitet. Bis zu 50 Anrufe pro Tag hielten die Mitarbeiter auf Trab, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Beschädigte oder nicht geleerte Tonnen waren die Hauptgründe der Beschwerden, die zum Großteil aus dem hinzugewonnenen Abholgebiet eingetroffen seien. Inzwischen habe sich die Quote mehr als halbiert. "Bis Ende März hoffen wir, auch diese Kunden zufriedenstellen zu können", gibt sich Schwarz optimistisch.

Dass bei rund 10 000 Leerungen täglich nicht alles vom Start weg reibungslos klappt, war dem Entsorger klar, der für den kommunalen Hausmüllauftrag 13 zusätzliche Fachkräfte einstellte und 17 Seiten- und Hecklader-Laster kaufte. "Für uns ärgerlich sind vor allem mit Pkw blockierte Einfahrtstraßen, vollgestopfte, teils eingefrorene Tonnen sowie Abfallbehälter, die nicht ab morgens sechs Uhr am Straßenrad zur Leerung bereit stehen", verdeutlicht Mettmann. Doch es werde besser: Nach der dritten Abholung stelle sich Routine ein. Inzwischen habe sich die Dauer der Touren um eine Stunde reduziert. Unterm Strich ist Schwarz mit dem Verlauf zufrieden. Durch den Gewinn der Ausschreibung holt "DU" in den kommenden acht Jahren den Hausmüll im gesamten Landkreis ab, statt wie bisher nur bei knapp 60 Prozent der 110 000 Haushalte.

Die anderen Geschäftsfelder der Firmengruppe hätten 2011 "solide und geräuscharm" gearbeitet. Weil die Rohstoffpreise erneut anzogen, wuchs der Gesamtumsatz des Entsorgers im vergangenen Jahr auf 40 Millionen Euro (Vorjahr 35 Millionen Euro). Die Zahl der Beschäftigten kletterte um 20 auf nunmehr 180. Zusätzliche Jobs sind durch die neu gegründete Firma R&S Vertriebs-Kontor, die Streusalz verpackt und verkauft, entstanden sowie durch den Hausmüllvertrag. In diesem Zusammenhang stellt Schwarz klar: "Der Einsatz der Seitenlader-Lkw schafft qualifizierte Arbeitsplätze, die körperlich weniger belasten, weil das Bewegen der Abfalltonnen per Roboterarm geschieht", so die Chefin.

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