Der tägliche Kampf gegen Sprachbarrieren

Anfang des Jahres startete an der VHS der 50. Integrationskurs. Nun heißt es für die 22 Teilnehmer aus 13 Herkunfsländern, täglich vier Stunden lang die deutsche Sprache mit all ihren Tücken zu lernen.

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Der 50. Integrationskurs der VHS hat im Januar begonnen. Die 22 Teilnehmer aus 13 Herkunftsländern wollen gemeinsam Deutsch lernen. Foto: Privat

Sie wollen alles darüber erfahren, wie man in Deutschland beispielsweise einkauft, Kontakte zu Behörden herstellt, sich um eine Arbeitsstelle bewirbt, eine Wohnung sucht, telefoniert oder Briefe schreibt: Die 22 Teilnehmer des 50. Integrationskurses der VHS haben nun täglich die Möglichkeit dazu. Der lebendige Sprachunterricht wird anhand von vielen Alltagssituationen geübt.

Seit 2005 fördert das Bundesamt für Migration Integrationskurse mit einem Umfang von in der Regel 600 Stunden Sprachunterricht sowie 45 Stunden sogenanntem Orientierungskurs, in dem vieles über die Themen Geschichte, Politik, Mensch und Gesellschaft vermittelt werden. Die Teilnehmer des Kurses sind Neuzuwanderer, aber auch bereits länger in Deutschland lebende Ausländer, die noch keine ausreichenden Sprachkenntnisse haben, sowie Spätaussiedler und EU-Bürger. Ziel ist, die TeilnehmerInnen in dem rund sieben Monate andauernden Intensivunterricht mit 20 bis 25 Stunden pro Woche auf ein Niveau zu bringen, das es ihnen ermöglicht, ihr tägliches Leben in Deutschland sprachlich einigermaßen selbständig zu bewältigen. Am Ende des Kurses werden zwei Prüfungen abgelegt. Das angestrebte sprachliche B1-Niveau, das auch für eine spätere eventuelle Einbürgerung erforderlich ist, wird im Schnitt von knapp der Hälfte im ersten Anlauf geschafft.

Die Kurse setzen sich in der Regel aus 15 bis 20 Teilnehmern zusammen, die aus verschiedenen Nationen stammen. So ist es für die Dozenten und alle, die im Rahmen der Beratung, Anmeldung und Betreuung der Teilnehmer sowie in der Verwaltung und Abwicklung in diese Arbeit eingebunden sind, täglich eine neue Herausforderung, Sprachbarrieren zu überwinden und Brücken zu bauen.

Wenn die Kurse dann "wie eine große Familie zusammenwachsen, miteinander und voneinander lernen, der Unterricht regelmäßig und motiviert besucht wird und Kontakte und Freundschaften auch über den Unterricht hinaus entstehen, dann ist das ein erster Schritt in Richtung Integration", so Beate Rudolph, die an der VHS für den Fachbereich Sprachen zuständig ist. Sie weist aber auch darauf hin, dass dies erst der Anfang sei und viele weitere Schritte folgen müssten. So ist sie dankbar für das gute Netzwerk innerhalb des "Bündnisses für Integration" in Göppingen und besonders auch für die vielseitige und gute Zusammenarbeit mit "Zebra", der Migrationsberatung für Zuwanderer von Diakonie und DRK.

Viele der Migranten bringen auch bereits gute berufliche Qualifikationen mit, die möglichst schnell und zielgericht in sprachlicher Weiterentwicklung in einen Berufseinstieg münden sollten. Rudolph betont: "So gibt es bei allen schönen interkulturellen Erlebnissen, positiven Erfahrungen und guten Erfolgen noch genug zu tun auf dem Weg zur Integration der Migranten in Göppingen, auf die wir in Zukunft mehr denn je angewiesen sein werden."

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