Der Mythos „Stalin“ lebt weiter

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Tommy Mayer, langjähriger Sänger der Gruppe Stalin, begeisterte in der Zille in Göppingen seine alten Fans.  Foto: 

Bereits schon vor drei Wochen brodelte Göppingens Gerüchteküche: Konnte es sein, dass die ehemals kultigen Deutschrocker von „Stalin“ in der Göppinger Zille spielen? Schlussendlich stellte sich dann raus, dass „nur“ Tommy „Mayer-Stalin“ solo spielen würde, was dem Kartenvorverkauf aber keinen Abbruch tat. Im Gegenteil, es waren alle Eintrittskarten im Vorfeld verkauft worden.

Vorausgegangen war eine schnell gemeinte Konzert-Anfrage von Zille-Wirt Wolfgang Eberle bei dem in Frankfurt lebenden Stalin-Legende Tommy Mayer. Der frühere Gitarrist und Sänger der Göppinger Kult-Band Stalin sagte für einen Solo-Auftritt sofort zu. Auf einem kleinen Podest mit Hocker im rauchgeschwängerten Billard-Raum der Zille platzierte sich der ehemalige Göppinger Songwriter mit seiner Akustikgitarre und begann pünktlich mit den alten Stalin-Songs.

Egal welche er von Kult-Nummern wie „17 Mann auf des Totenmanns Kiste“, „Meisterwerk an der Scheißhauswand“ oder “Kneipenschlägerei“ anstimmte – bei diesen alten Gassenhauern aus den 80er und 90er Jahren waren auch die die Fans fast genauso textsicher wie der Musiker selbst. Auch wenn die Show nicht mehr so schräg und akrobatisch wie früher verlief, hatten die Zuschauer doch ihren Spaß. Dazu passte ein lautstarker Zwischenruf aus den Zuschauerreihen: „Dees isch ja fascht wie früher“, meinte ein Besucher – und erhielt dafür ordentlich Applaus.

Auf mächtig Begeisterung stießen vor allem die scharfen und tabulosen Texte von Tommy Mayer. Mit den etwas obszöneren Songs namens „Klaffende Wunde“ oder „Sportficken“ aus ihrem letzten Stalin-Album aus dem Jahr 2009 überzeugte der Sänger auch stimmlich und brachte die Gäste noch ein wenig mehr in Wallung.

Nach zwei Coverstücken von den Stones und Beatles folgten die längst von den Fans geforderten Stalin-Hits „Alkohol“ und „Brigitte, Brigitte – zeig mir deine Titte“, die den Höhepunkt eines gelungenen Konzertabends einläuteten.

Konstantin Heidemann

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