Der lange Weg einer Jeans

Wie und wo werden Hosen und Hemden hergestellt? Eine Ausstellung über die Hintergründe der Bekleidungsindustrie bringt Licht ins Dunkel. Die Eröffnung findet am Mittwochabend im Göppinger Rathaus statt.

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Die Ausstellung "Im Fadenkreuz" beleuchtet die Hintergründe der Bekleidungsindustrie. Unser Bild zeigt Stoffhändler in Vietnam. Foto: Archiv

Kleidung ist unsere zweite Haut. Sie unterstreicht nicht nur unsere Individualität, sondern drückt ebenso Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe aus. Dass sie uns wichtig ist, beweisen wir Tag für Tag an der Ladentheke. Doch wo kommen die Kleidungsstücke überhaupt her? Wer arbeitet dafür, dass wir uns anziehen können? Die Ausstellung "Im Fadenkreuz", die ab dieser Woche im Göppinger Rathaus zu sehen ist, beleuchtet die Hintergründe der Bekleidungsindustrie.

Am Mittwoch, 14. März, eröffnet Oberbürgermeister Guido Till um 19 Uhr im Atrium des Rathauses die Wanderausstellung. Der Weltladen Göppingen hat die Ausstellung in Kooperation mit der Projektgruppe "Faire Beschaffung" der Stadt Göppingen organisiert. Die Ausstellung ist bereits ab Montag, 12. März, zu sehen und kann bis zum 28. März während der Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden.

In Deutschland kauft jeder jährlich rund zwölf Kilo Kleidung. Diese Zahl liegt weit über dem weltweiten Durchschnitt. Wo und unter welchen Bedingungen die Kleidung hergestellt wird und welche Auswirkungen das auf die Menschen hat, die sie herstellen, wissen aber nur die wenigsten. Die Ausstellung des Göppinger Weltladens und der Stadt Göppingen - sie wurde vom Forum für internationale Entwicklung und Planung (finep) im Rahmen eines EU-geförderten Projekts konzipiert - möchte Licht in dieses Dunkel bringen.

Anhand von zwölf Ausstellungstafeln wird die Produktionskette am Beispiel einer Jeans erläutert und problematisiert. Dabei werden der Produktionsprozess sowie Zusammenhänge zwischen Angebot und Nachfrage am globalen Markt anschaulich dargestellt und Alternativen zum konventionellen Handel aufgezeigt. "Ziel der Ausstellung ist es, Bewusstsein für globale Produktionsabläufe und die Konsequenzen am anderen Ende der textilen Kette zu schaffen, zugleich aber auch auf Handlungsoptionen für den Einzelnen hierzulande hinzuweisen", schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung. Die Ausstellung sei gleichermaßen für Erwachsene und Jugendliche geeignet, die gerne einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Die Göppinger Stadtverwaltung hat beschlossen zu handelt: Der Gemeinderat hatte schon im Oktober 2010 beschlossen, dass künftig bei Ausschreibungen und Beschaffungen der Stadt ausschließlich Produkte berücksichtigt werden, die nicht durch ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden. Das betrifft selbstverständlich auch Textilien etwa bei der Feuerwehr und im Gemeindevollzugsdienst.

Info Am Mittwoch, 21. März, findet um 19 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses eine Podiumsdiskussion zum Thema "Globale Aspekte rund um das Thema Textilien" statt. Mit dabei sind Bernhard Franke von der Gewerkschaft Verdi, Nora Papajewksi von EcoCarrots und Tina Waldt von EPIZ Reutlingen. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Dieter Heidtmann von der Evangelischen Akademie Bad Boll.

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