Den Nerv der Zuhörer getroffen

Sonnenschein und engagierte Musiker waren Garanten für ein gelungenes Konzert des Bezirksbläserensembles zugunsten der Stadtkirchenstiftung.

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Die schwedische Band Ereb Altor wird heute gegen 23 Uhr die Chapel-Bühne mit düsterem Metal rocken. Foto: Doom shall rise

Das Bezirksbläserensemble lockte unter ihrem Dirigenten Gerald Buß ein zahlreich erschienenes Publikum in die Göppinger Stadtkirche. Zugunsten der Stadtkirchenstiftung, mit Hilfe derer die Säkularisierung der traditionsreichen Göppinger Kirche vermieden werden soll, wie der Stiftungsvorsitzende OB Guido Till ausführte, musizierten die Bezirksbläser Werke aus vier Jahrhunderten.

Pop, Rock und Jazz sind lebensbejahend, sie sprechen die Sprache der Menschen heute und sind so durchaus auch für die Kirchenmusik geeignet mit ihren kreativen Ausdrucksformen. So wählten die Musiker mit ihrem sichtlich von dieser Musik beflügelten Dirigenten auch für die Choräle, die das Herzstück des Konzertes bildeten, im ersten Teil moderne Interpretationen der alten Worte und Inhalte von Michael Schütz und Christoph Sprenger. Nicht immer war der cantus firmus sofort erkennbar, im Choral "Geh aus mein Herz und suche Freud" war es fast ein Versteckspiel, ihn ausfindig zu machen, und doch lag gerade darin eine ganz neue, fröhliche Begegnung mit dem bekannten Choral. In Christoph Sprengers "Befiehl du deine Wege" zelebrierten die tieferen Stimmen warm und leidenschaftlich die Melodie, während die Trompeten die klaren, hohen Töne darüber lieferten.

Im zweiten Teil waren die Choräle eingerahmt von heiteren, stimmungsvollen und rhythmischen Stücken der neueren Zeit. Im "Hymnus" von Christoph Sprenger empfahl sich Konrad Müller als Solist auf der Trompete. Sehr klar, bewusst gesetzt und mit eindeutiger Melodieführung erklang sein Solo im Einklang mit den anderen Stimmen. Hans-Joachim Eißler, der auch die Melodie zur diesjährigen Jahreslosung geschrieben hat, gab dem Choral "Ich will dich lieben meine Stärke" ein neues Gewand, rhythmisch und mit einer Bearbeitung der bekannten Töne. Die Musiker trafen den Nerv der Zuhörer, die die Stücke mit herzlichem Beifall bedachten.

Erneut zeigte sich, dass die Unterscheidung der Musikarten nicht sehr hilfreich ist, auch bei der Musik in der Kirche, das war zu hören, geht es zuallererst darum, dass die Zuhörer berührt, die Akteure inspiriert werden, was in diesem Konzert einmal mehr der Fall war.

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