Demonstration gegen eritreisches Festival

Am Samstag findet das umstrittene Jubiläumsfest der Eritreischen Frauenunion in der Göppinger Werfthalle statt. Eine Gegendemonstration ist angemeldet.

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Wenn die Eritreische Frauenunion heute ihr 35-jähriges Bestehen in der Werfthalle feiert, ist dies für eritreische Regimekritiker Grund genug, auf die Straße zu gehen: Sie haben eine Demonstration gegen das Festival angemeldet, das im Internet auch als "Biddho Tour VII" beworben wird, als Veranstalter tritt dort die Jugendorganisation YPFDJ des Militärregimes auf. Um 13 Uhr beginnt die Demonstration am Kreisel beim Stauferpark und schlägt den Weg zur Werfthalle ein, wo eine Kundgebung geplant ist.

Sead Tesfe, Vorsitzender des Nationalen Rats für Demokratischen Wandel in Eritrea, hat in einem Brief auch die Fraktionsvorsitzenden im Göppinger Gemeinderat, Bürgermeisterin Gabriele Zull sowie Oberbürgermeister Guido Till zur Kundgebung eingeladen. Er schreibt, die Organisatoren wollten "ein Zeichen für Freiheit und Demokratie in Eritrea setzen". In Wirklichkeit handele es sich bei der Veranstaltung in der Werfthalle um ein vom "eritreischen Regime organisiertes Festival". Sinn des Festes sei es, die im "Ausland lebenden Eritreer zu indoktrinieren", Tesfe schreibt weiter: "Fakt ist, wir haben heute in Eritrea eine Militärdiktatur, eine Ein-Mann-Show, eine Regierung, die seit 24 Jahren ohne Verfassung ist."

Das bestätigen auch die Vereinten Nationen. In dieser Woche hat die Uno Ermittlungen gegen die Regierung des nordostafrikanischen Landes aufgenommen. Der UN-Menschenrechtsrat wirft dem Regime des früheren Befreiungskämpfers Isaias Afewerki die brutale Unterdrückung der Bevölkerung vor. Außergerichtliche Hinrichtungen, Verschleppungen, willkürliche Verhaftungen, Misshandlungen, Menschenhandel und sexuelle Gewalt gegen Frauen lauten einige der Vorwürfe gegen die Regierung.

Bei einem kurzfristig anberaumten Treffen mit Regimekritikern am Donnerstagabend war auch der katholische Stadtdiakon in Göppingen, Norbert Köngeter, zugegen. Er unterstützt die Anliegen der Demonstranten: "Wenn es sich wirklich um eine Veranstaltung im Sinne der Machthaber handelt, ist die Demonstration sinnvoll." Kritische Fragen zu der Veranstaltung zu stellen sei "in Ordnung aus kirchlicher Sicht". Verfehlungen der Regierung seien "offensichtlich" und "auch die Vergewaltigung von Frauen dort ist ein schlimmes Thema". Auch Thomas Edtmaier, Vorsitzender des Kreisverbands der Linken, war bei dem Treffen. Seine Partei stehe hinter der Demo, "es ist eine friedliche Demonstration, gegen eine Veranstaltung, die von einem undemokratischen Staat unterstützt wird".

Die Piratenpartei Göppingen ruft in einer Pressemitteilung zur Demo auf. Stadtrat Michael Freche sagt, bei der Veranstaltung werde unter dem Deckmantel der Feier der Frauenunion "Propaganda für das eritreische Regime betrieben".

Info: Die Demonstration beginnt um 13 Uhr beim Kreisel am Stauferpark. Das Festival in der Werfthalle beginnt um 15 Uhr.

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