Dem Winter geht es an den Kragen

Mit Fackelumzug und anschließendem Funkenfeuer auf dem "Zeller Berg" ging es dem Winter endgültig an den Kragen. Das Ganze fand wie gewohnt eine Woche vor dem kalendarischen Frühlingsanfang statt.

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Vor allem die Kinder hatten einen Riesenspaß beim Funkenfeuer auf dem Zeller Berg. Der Winter ging in die Knie. Foto: Sabine Ackermann

"Drei, zwei, eins. . .", zählt Sonja Nilli mit lautstarker Unterstützung zahlreicher Besucher sowie eines Megaphons von Zehn runter und gibt damit erneut das Kommando, per kollektivem Fackelflug dem Winter endlich den Garaus zu machen. Die Vorsitzende des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Zell weiß: Vor allem die kleinen legitimen "Feuerteufel" können das Entzünden kaum abwarten. Schließlich kommen die brennenden Fackeln aus jeder Himmelsrichtung angeflogen und landen mehr oder weniger treffsicher im kunstvoll aufgeschichteten Holzstapel, aus dem ein überdimensionaler Schneemann (aus Stoff) frech in die Runde grinst. "Kommt nur her, ich bin noch topfit", scheint er zu rufen und sieht dem glühendheißen Frontalangriff locker entgegen.

Zu früh gefreut. Erst langsam, dann rasend schnell schwillt aus etlichen Glutnestern heraus eine mächtige Feuerwand. Werden vorne die Zuschauer geröstet, ist es von hinten ziemlich frisch. Doch jetzt heißt es solange ausharren, bis der Schneemann seinen Widerstand aufgibt und sich dem lichterloh brennenden Holzstapel beugt. Und das macht er sogar bildlich gesehen. Fast scheint es so, dass die heftigen Windböen dem Feuer immer wieder neue Nahrung geben und schwupps, ganz plötzlich steht der hartnäckige Wintergeselle kopflos da.

Als glühender Feuerball verabschiedet sich das stolze Haupt, das zuvor von vielen fleißigen Händen, so wie der Rest des Körpers, aus Bettlaken genäht und mit Stroh gefüllt wurde. "Winter hau ab, der Frühling soll endlich kommen", ruft Lea Walchner ins lodernde Feuer. So wie die Elfjährige schauen viele kleine und große Zaungäste auf das faszinierende gelb-rote Schauspiel, bei dem sich die glühenden Funken zu tausendfach in den Nachthimmel verabschieden.

Selbstredend haben die Verantwortlichen auch an die Sicherheit gedacht, insofern parkt unmittelbar in der Nähe ein Löschfahrzeug und genügend Feuerwehrleute stehen bei Fuß. "Schau mal, wie die Funken fliegen", hört man hier und dort begeistert rufen. Sonja Nilli ist sehr zufrieden. "Wir haben über 120 Fackeln ausgegeben und wenn ich mich so umschaue, sind jetzt doppelt so viele Menschen hier", freut sie sich.

Wie gewohnt setzte sich der leuchtende Lindwurm vom Feuerwehrmagazin aus in Bewegung und endete auf dem Zeller Berg. Fleißige Mitglieder von Feuerwehr und dessen Förderverein bringen bereits zum vierten Mal das Funkenfeuer zum Leuchten. Karl-Heinz Bachofer kümmert sich um das Holz. Erich Leihbach verleiht dem selbstgemachtem "Gulasch-Feuertopf" die nötige Würze und Regine Lutz sorgt mit ihren handgeformten "Funkenbällchen" für den süßen Part.

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