Dem Schnee folgt Hochwasser

Fällt auf der Alb viel Schnee, der dann rasch taut, läuten im Tal die Alarmglocken: Tatsächlich hieß es am Wochenende mancherorts "Land unter".

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Weil ein Einlaufschacht bei den Siebenquellen überlief und die Straße überflutete, musste am Sonntagmorgen die Feuerwehr ausrücken. Foto: Markus Sontheimer

Die massiven Schneefälle am Freitag auf der Alb und das folgende Tauwetter am Samstag haben auch die Feuerwehren im Tal in Atem gehalten. Von sechs Einsätzen in Göppingen berichtet Kreisbrandmeister Michael Reick. So wurden die Heininger und Eichertstraße gesperrt, weil die Feuerwehrleute den Kanal von Schlamm befreien mussten. Andernorts wie etwa an der Österbachstraße mussten Keller leergepumpt werden. Vollgelaufene Keller gab es auch in Uhingen an der Heerstraße, in Baiereck und Nassachmühle. In Birenbach war laut Reick "fast die komplette Wehr" in der Turnhalle im Einsatz. In Donzdorf rückten die Wehrleute zum Steinernen Kreuz aus, die in Schlierbach gabs einen vollen Keller.

In Geislingen verstopfte ein Einlaufschacht bei den Siebenquellen. In der Folge ergossen sich die über eine Klinge von der Albhochfläche herunterstürzenden Wassermassen über die Konrad-Adenauer-Straße und drohten dort Keller und Garagen zu überfluten. Als immer mehr Wasser kam, wurde am Sonntag um 6 Uhr die Feuerwehr zu Hilfe gerufen. Mit zwei Pumpen und vier jeweils 100 Meter langen Schläuchen legten 15 Floriansjünger einen "Bypass" von der überlaufenden Quelle talwärts zum Spielplatz im Katzenloch, wo das Wasser wieder einen direkt in die Eyb mündenden Kanal eingeleitet wurde. Im weiteren Verlauf des Vormittags kam noch das Technische Hilfswerk zum Einsatz, das über leistungsfähigere Pumpen verfügt. Gegen 14 Uhr war die verstopfte Stelle im Kanal gefunden und konnte beseitigt werden.

Land unter hieß es in der Nacht auf Sonntag auch im Bad Überkinger Ortsteil Hausen. Dort standen der Rathausplatz und in der Folge auch einige Keller unter Wasser, weil ein Rechen am Einlauf in den Rohrbach verstopft war und sich das Schmelzwasser von der Alb somit über die Haupt- und Rohrbachstraße in die Ortsmitte ergoss.

Beim Pegel in Salach erreichte die Fils am Sonntag um 0,45 Uhr den Höchststand von 2,67 Metern. Normal sind 50 Zentimeter, der Hochwassermeldewert liegt bei 1,90 Meter, 2,44 Meter entsprechen einem zweijährigen Hochwasser. In Geislingen lag der Filspegel bei maximal 1,40 Metern.

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