Dekane stehen hinter Kinderkrippen "Unglücklich" über Pfarrer Lukascheks Position

Die Dekane Rolf Ulmer und Dietmar Hermann setzen sich für die Kleinkinderbetreuung in kirchlichen Einrichtungen ein. Damit widersprechen sie der Position von Pfarrer Robert Lukaschek und der Gruppe CDL.

|
Dekan Rolf Ulmer hält eine Erziehung allein in der Familie für wirklichkeitsfremd.

Der Ausbau der Krippenplätze für Kleinkinderbetreuung sorgt weiter für Diskussionen. Nachdem sich der katholische Vizedekan Robert Lukaschek und die Gruppe Christdemokraten für das Leben (CDL) für die Erziehung der Kleinkinder in der Familie stark machen, nehmen nun die beiden christlichen Dekane im Kreis, Rolf Ulmer und Dietmar Hermann, Stellung. Während Lukaschek in "seinen" Kirchengemeinden - Salach, Ottenbach und im Lautertal - auf Zurückhaltung der katholischen Kindergärten bei der Kleinkinderbetreuung drängt, verweisen die Dekane auf das Mitwirken der konfessionellen Kindergärten in anderen Kreisgemeinden. Der evangelische Dekan Ulmer und sein katholischer Kollege Hermann sind "ausgesprochen unglücklich" über die Engführung der Diskussionsbeiträge der CDL und Lukascheks, der in seinen Gemeinden die Einführung von Krippengruppen in den katholischen Kindergärten ablehnt, so eine gemeinsame Mitteilung der Dekanate. Nach ihrem Eindruck wird so das Thema unzulässig vereinfacht. Ulmer äußert durchaus Verständnis für das Ideal einer Kindererziehung in der Familie: "Wo dies möglich ist, ist es gewiss vorzuziehen, wenn ein Kind seine ersten Lebensjahre eines Kindes in der Geborgenheit einer Familie verbringt." Hermann ergänzt: "Das Anliegen Kindererziehung auch von der Individualität des Kindes her zu betrachten ist wichtig; Familienfreundlichkeit wird nicht nur durch die Bereitstellung von Krippenplätzen gefördert. Auch die zuhause erziehenden Mütter sollten Würdigung, sowohl im Ansehen als auch finanziell verdienen."

Beide sehen aber sehr wohl, dass dies in vielen Familien nicht möglich ist. "Es gibt eine ganze Reihe von Eltern und Alleinerziehenden, die darauf angewiesen sind, ihre Kinder früh in eine Kindertageseinrichtung zu geben." Bei nicht wenigen Familien reiche ein Einkommen nicht aus, die Familie zu ernähren, so dass beide Ehepartner berufstätig sein müssen. "Insofern ist die Forderung, Kinder müssten unter allen Umständen in der Familie betreut werden, wirklichkeitsfremd", heißt es in der Mitteilung der Dekane. Sie betonen auch, dass die Entscheidung, wie die Kirchengemeinden handeln, stets von den demokratisch gewählten Kirchengemeinderäten gefällt werde. Es sei der falsche Eindruck entstanden, dass dies ein Pfarrer allein entscheide. Lukaschek hatte allerdings beschrieben, dass er in den Kirchengemeinderäten um seine Position kämpfen musste.

Die Dekane betonen, dass Kinderkrippen bereits fester Bestandteil des Konzepts für kirchliche Kindertagesstätten sind. So sind in den evangelischen Kindergärten im Göppinger Blumhardthaus, in Roßwälden und in Eschenbach Krippengruppen in Betrieb. In Börtlingen, Rechberghausen, Holzheim und Eislingen werden Kinderkrippen eingerichtet. Im Gespräch ist derzeit die Einrichtung einer Kinderkrippe im evangelischen Kindergarten Brückenstraße in Göppingen.

In katholischer Trägerschaft wurden Krippengruppen in Geislingen, in Reichenbach/T. und in Eislingen geschaffen. In Kuchen und Göppingen werden bald weitere Gruppen eingerichtet. In Eislingen beginnt im Frühjahr der Neubau einer Kinderkrippe in Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde St. Markus. Die Aufnahme von Kindern unter drei Jahren ist in der Mehrzahl der kirchlichen Kindergärten - evangelisch wie katholisch - selbstverständlich möglich.

Für die kirchlichen Träger ist eine gute pädagogische Betreuung der Kleinen keine Notlösung, sondern ein sinnvoller Beitrag zur Lösung der vorhandenen gesellschaftlichen Herausforderungen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Klinik: Krauter-Pläne stoßen weiter auf Skepsis

Im Beisein von Landrat Edgar Wolff berät der Göppinger Gemeinderat am Donnerstag über Pläne, die Klinik am Eichert zu sanieren und weiterzunutzen. weiter lesen