Dekan bittet um Spenden

Die evangelische Gesamtkirchengemeinde in Göppingen bittet gut gestellte ältere Mitglieder um Spenden. Das Geld soll die finanzielle Not lindern.

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Die evangelische Gesamtkirchengemeinde steckt in den roten Zahlen. "Im letzten Jahr wies der Haushaltsplan ein Minus von 164.000 Euro aus", schreibt Dekan Rolf Ulmer in einer Pressemitteilung. Klamm wird die Gemeinde voraussichtlich schon Ende 2013 sein: "Auch 2013 sind erhebliche Deckungslücken absehbar", teilen Ulmer und Kirchenpfleger Siegfried Hartmann Gemeindemitgliedern in einem Flugblatt mit.

Drei Posten kommen die evangelische Gemeinde in Göppingen teurer zu stehen als andere. Viel Geld kosten Rolf Ulmer zufolge die Erhaltung der Kirchengebäude, die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Betreuungseinrichtungen. Um alle Ausgaben zu decken, reichten die Kirchensteuern schon seit Jahren nicht.

Die finanzielle Not sollen Spenden lindern. Der evangelische Dekan und der Kirchenpfleger bitten in dem Flugblatt um einen "Göppinger Beitrag", dessen Höhe die Mitglieder der Kirchengemeinde selbst festlegen sollen. Der Aufruf richtet sich in erster Linie an ältere Menschen, die einige Euro übrig haben und denen die kirchlichen Angebote am Herzen liegen. "Der Göppinger Beitrag wird erbeten, weil viele Kirchenmitglieder keine Kirchensteuern zahlen, beispielsweise weil sie im Ruhestand sind, aber dennoch einen Beitrag für die Arbeit vor Ort leisten können", schreibt Ulmer in der Mitteilung.

Die Beiträge kommen in voller Höhe der kirchlichen Arbeit in Göppingen zugute. Diesen Verwendung verspricht der Dekan. Die persönliche Bedeutung der örtlichen Angebote, erklären 14 Gemeindemitglieder in dem Flugblatt. "Kirchliche Arbeit lebt in erster Linie von den Menschen, die in den Gemeinden engagiert sind", findet er. Der Einsatz dieser Männer, Frauen und Jugendlichen ermögliche Gemeindegruppen und Chöre, die Betreuung von Kindern sowie Hilfe für Arme, Benachteiligte und Kranke. Diesen Dienst am Menschen will die Kirchengemeinde mit den Stellungnahmen in dem Flugblatt verdeutlichen. Das Papier trägt die Überschrift "Kirche für Menschen - Kirche mit Menschen".

Der Aufruf ist nicht neu. "Wir erbitten seit etwa zehn Jahren den Göppinger Beitrag", sagt Rolf Ulmer. Im vergangenen Jahr habe die Kirchengemeinde etwa 20 000 Euro eingenommen. Dem Dekan zufolge wenden sich andere evangelische Kirchengemeinden mit einem ähnlichen Appell an ihre Mitglieder.

Die wurden vor einigen Jahren noch anders zur Kasse gebeten. "Das Kirchgeld war früher ein Pflichtbeitrag", sagt Rolf Ulmer. Die zusätzliche Abgabe zur Steuer sei inzwischen abgeschafft worden, doch die Kirchengemeinde sei weiterhin darauf angewiesen.

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