Das Jahr der Göppinger Großbaustellen

Göppingen stehen 2017 gleich eine ganze Reihe von Millioneninvestitionen bevor. Die Stadt wird dadurch ihr Gesicht nachhaltig verändern.

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  • So soll das neue Einkaufszentrum „Staufengalerie“, von der Ecke Poststraße/Bleichstraße aus betrachtet, aussehen. 1/4
    So soll das neue Einkaufszentrum „Staufengalerie“, von der Ecke Poststraße/Bleichstraße aus betrachtet, aussehen. Foto: 
  • Der erste Bauabschnitt des Projekts „Apostelhof“ von der Ecke Schützenstraße/Geislinger Straße aus betrachtet. 2/4
    Der erste Bauabschnitt des Projekts „Apostelhof“ von der Ecke Schützenstraße/Geislinger Straße aus betrachtet. Foto: 
  • Der Siegerentwurf für das neue Verwaltungszentrum am Göppinger Bahnhofsplatz. 3/4
    Der Siegerentwurf für das neue Verwaltungszentrum am Göppinger Bahnhofsplatz. Foto: 
  • Das Zentrum Untere Marktstraße (ZUM), das an der Ecke Markstraße/Geislinger Straße entsteht. 4/4
    Das Zentrum Untere Marktstraße (ZUM), das an der Ecke Markstraße/Geislinger Straße entsteht. Foto: 
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Am Apostel-Areal sind die Arbeiter am weitesten. Dort haben sich die Bagger längst in die Tiefe gebuddelt. Dort ist die städtische Wohnbau-Gesellschaft (WGG) dabei, einen Supermarkt und 37 darüber liegende Wohnungen zu bauen. Das ist aber nur der erste Abschnitt des Gesamtvorhabens: Das ehemalige Kinocenter und nach derzeitigem Stand auch das historische Apostel-Hotel werden für den zweiten Abschnitt der Spitzhacke weichen. Für diesen Bauabschnitt ist der Zeitplan allerdings noch nicht bekannt. Der Bauherr ist in diesem Fall die Stuttgarter Firma Nanz.

Sicher ist: Auch in unmittelbarer Nähe ist für den kommenden Sommer der Startschuss für ein Großprojekt geplant. Die Kreissparkasse wird das Zentrum Untere Marktstraße (ZUM) unmittelbar gegenüber von ihrem Hauptsitz an der Geislinger Straße bauen, also dort, wo heute noch das ehemalige Palast-Kino steht. Im vergangenen Sommer hat sich der Bauherr für die Entwürfe des Stuttgarter Büros Harris + Kurrle entschieden. Damals war auch der Baubeginn auf Sommer 2017 terminiert worden. Bereits im Frühjahr werden demnach die derzeitigen Gebäude abgebrochen, bevor für 15 Millionen Euro Einzelhandelsgeschäfte, Büros und 17 Wohnungen neu hochgezogen werden.

Nur einen Steinwurf davon entfernt, auf dem Bahnhofsplatz, rollen demnächst ebenfalls die Bagger an. Den offiziellen Baubeginn hatte die Politprominenz bereits im Oktober gefeiert. Zu Beginn des Jahres soll es nun wirklich los gehen. Dann werden zunächst die Platanen am Bahnhof abgesägt. Anschließend wird der Bau der viereinhalb Millionen Euro teuren Tiefgarage mit Platz für 100 Autos beginnen.

Unmittelbar angrenzend entsteht das neue Verwaltungszentrum, das auch unter dem Namen „Rathaus II“ bekannt ist. Das Architekturbüro Ackermann + Raff hatte den Planungswettbewerb für sich entschieden. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt fürs „Rathaus II“ etwa 23 Millionen Euro.

Mit 90 Millionen Euro fällt der Bau des Einkaufszentrums in der Bleichstraße noch um ein Vielfaches teurer aus. Diese Investitionssumme nennen die Bauherren. Gut 700 Parkplätze und 22 000 Quadratmeter Verkaufsfläche wird der Einkaufstempel mit dem Arbeitstitel „Staufengalerie“ bieten. Durch die sechs Jahre dauernde Planungsphase fällt  der Baustart nun ausgerechnet  ins Baustellenjahr 2017. Hier müssen zunächst viele Lastwagenladungen Schutt aus der Stadt geschafft werden: Der Abbruch des Frey-Centers, ein massives Beton-Bauwerk aus den Sechzigerjahren, steht an. Die Entwürfe für die neuen Großbauten haben sich allesamt in teils sehr aufwendigen Planungswettbewerben durchsetzen müssen. Im Falle der Staufengalerie gilt das zumindest für die Fassade. Dennoch ist die Architektur nicht jedermanns Geschmack. „Nüchtern, kalt und von Orthogonalen bestimmt“, sagt Armin Brendel über die Entwürfe. Er ist Vorsitzender des Arbeitskreises Stadtentwicklung und Verkehr und sagt: „Diese Architektur beherrscht jetzt das Bild. Ich wünsche mir, dass diese Zeit bald vorbei ist.“ Denn: „Kalte Fassaden ziehen keine Menschen an“, findet Brendel.

Ein LEITARTIKEL von Joa Schmid: Eine Chance für Göppingen

Was bringt das neue Jahr? Eine Frage, die für die Göppinger Bürger  leicht zu beantworten ist. Eine modernere Stadt und eine neue Zukunftsperspektive. Endlich wird konkret, was die vergangenen Jahre nur diskutiert, geplant, verworfen und wieder neu entworfen wurde.  Während am Apostel-Areal die Arbeiten laufen und das Schuler-Hochhaus  fast fertig ist, tun sich neue Großvorhaben auf. Im Sommer will die  Kreissparkasse den Bau des Zentrums Untere Marktstraße mit Einzelhandelsgeschäften, Büros und Wohnungen starten, Am Bahnhofsvorplatz geht’s mit der Tiefgarage los und daneben entsteht das  Verwaltungszentrum Rathaus II. Vom Bau des neuen  Einkaufszentrums  in der Bleichstraße gar nicht zu reden.

 Obwohl damit auch eine Konjunkturspritze von rund 140 Millionen Euro verbunden ist, mag nicht jeder  darin einen Vorteil sehen. Vor allem die nüchterne Architektur der entstehenden Neubauten  stößt auf teilweise berechtigte Kritik. Die andauernde Diskussion um den Erhalt historischer Gebäude wie dem Apostel-Areal kommt nicht von ungefähr. Auch die zu erwartenden Verkehrsbehinderungen dürften wenig begeistern. Trotz allem sollte man nicht vergessen, welche Chancen mit diesen Projekten verbunden sind. Schon zu lange hat die Hohenstaufenstadt neidisch nach Schwäbisch Gmünd geblickt, das im Zuge der Landesgartenschau immer attraktiver wurde, während Göppingen  in Lethargie zu verfallen schien. Jetzt gibt es Gelegenheit, Gmünd Paroli zu bieten. Wenn Göppingen im Wettbewerb bestehen will, muss es sie nutzen.

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Apostel-Hotel

Das ehemalige Apostel-Hotel in der Göppinger Marktstraße wird abgerissen. Dort entsteht das neue Apostel-Areal.

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