Das Gehirn arbeitet auch im Schlaf

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Peter Spork erklärte den Kindern, warum man den Schlaf braucht.  Foto: 

Mit der Vorlesung „Warum schlafen wir?“ hat Autor Peter Spork das neue Semester der Kinder-Uni an der Hochschule in Göppingen eröffnet.

Und das gab es bei der Kinder-Uni noch nie: Eine spontane Autogrammstunde vor und nach der Vorlesung, für die der Schlafforscher Peter Spork aus Hamburg ins Filstal gekommen ist. Bevor er am Abend den erwachsenen Interessierten aus seinem aktuellen Buch in der Stadtbibliothek vorgelesen hat, hat er es sich nicht nehmen lassen, mit den Nachwuchs-Studenten am Göppinger Hochschulcampus der Frage auf den Grund zu gehen, warum man schlafen muss. Und das sei gar nicht so einfach, meint der bekannte Buchautor, der in vielen Zeitungen und Magazinen ein gefragter Experte ist. „Niemand gibt gerne zu, dass er müde ist und gerne schläft“, sagt Spork mit Blick auf die Leistungsgesellschaft.

Die Kinder freilich sind da etwas unbedarfter als mancher Erwachsener. So stehen die jungen Studenten durchaus dazu, dass sie zehn und mehr Stunden am Tag schlafen. „Und das ist auch gut so“, erklärt Spork. Im Schlaf passieren im Körper und vor allem auch im Gehirn viele Dinge, die man zum Leben braucht. Kinder wachsen und verarbeiten dann all das, was sie den Tag über lernen – eine ganze Menge. Und darum brauchen Jugendliche und Erwachsene auch etwas weniger Ruhezeiten, denn sie lernen nicht mehr so viel.

Für die Regeneration, so der Experte, sind die Zeiten des Schlafs dennoch sehr wichtig, weil das Hirn arbeitet, wenn wir schlafen, sehr extrem. Die Synapsen seien in Bewegung und sorgten dafür, dass wir fit sind, wenn wir ausgeruht sind. Sportler seien leistungsfähiger, Schüler konzentrierter, könnten besser lernen und seien auch sonst besser gelaunt.

Um „nur“ körperlich auszuruhen, müsse man nicht zwingend schlafen. Es reiche auch, einfach nichts zu tun. Weil das auf die Dauer langweilig sei, hat die Natur den Schlaf erfunden – vereinfacht gesagt. Nicht nur bei Menschen ist der Schlaf darum wichtig, auch bei Tieren. So berichtet Spork davon, dass Delphine einen echten Halbschlaf machen: Eine Hälfte des Körpers und des Hirns schlafen, die andere bleibt wach, um auch im Schlaf nach Sauerstoff auftauchen zu können. Andere Tiere haben ähnliche Lösungen – und so nimmt Peter Spork die Kinder auch mit in die Tierwelt.

Am Ende der Vorlesung hatten die Kinder aber dann doch noch eine wichtige Frage: „Darf man vor dem Schlafen gehen Fernsehen schauen?“ Spork schmunzelt und weiß: „Es ist besser für den Körper, ein Buch zu lesen oder Musik zu hören, als am Handy oder am TV-Gerät etwas zu schauen“, erklärt er und begründet es kindgerecht, so wie seine Vorlesung insgesamt gestaltet war.

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