Das Damoklesschwert hängt weiter

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Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schauen die Verantwortlichen der Staufer-Festspiele auf die abgelaufene Spielzeit zurück. Lachend, weil auch diesmal wieder die Qualität stimmte, weil in der Operette „Der Vogelhändler“ Profis mit Laien zusammen musizierten, als sei es das Selbstverständlichste auf der Welt. Weinend, weil am Ende eben doch nur 9000 und nicht die anvisierten 10 000 Besucher die sechs Aufführungen sahen.

Ob nun die hochkarätige Konkurrenz den Freudentrank verwässert hat oder die Tatsache, dass der Vogelhändler bereits 2006 aufgeführt worden war, darüber müssen die Macher nicht streiten. Tatsache ist, dass nach der verlustreichen „Weißen Rössl“-Inszenierung im Jahr 2012 auch in Zukunft das Damoklesschwert eines zweiten fetten Defizits hängt – ein Szenario, das für die privat haftenden Gesellschafter im schlimmsten Fall das Signal zum Ausstieg sein könnte.

Aber wie konnte es überhaupt zu dieser prekären Situation kommen, bei all der Operettenbegeisterung in der Region? Von allen Seiten gab es Lob für das lebendige, opulente Musiktheater abseits der großen Opernhäuser. Doch vom Lob kann man sich eben keine Tribüne kaufen. Man glaubt es kaum: Bereits vor dem ersten Ton zahlen die Festspiele 250 000 Euro, alles Kosten, nur um die leere Werfthalle nutzen zu dürfen und bespielbar zu machen. Für die Inszenierung selber, das Bühnenbild und Solisten ist da noch kein Euro ausgegeben. So kommt es, dass ein Schnitt von 1500 Besuchern, eigentlich ein starkes Ergebnis, womöglich nicht ausreichen wird, um ein knappes Minus-Ergebnis zu verhindern. Und dies trotz tausender Stunden ehrenamtlicher Arbeit, die 200 Mitwirkende alle zwei Jahre wieder leisten.

Das Problem ist einfach, dass aus den öffentlichen Geldhähnen nur tröpfchenweise Mittel fließen und auch private Sponsoren nicht eben Schlange stehen. Doch genau dies gilt es zu ändern. Mit den zusätzlichen Geschäftsführern Rainer Auwärter und Hans Joachim Schellong, die viel Wirtschafts- und Finanz-Kompetenz mitbringen, ist ein erster wichtiger Schritt getan. Nun muss man verstärkt auf weitere Sponsoren zugehen, ihnen etwa mehr Präsentationsmöglichkeiten in Form weiterer Konzerte geben und sie verstärkt ins Konzept einbeziehen.

Denn letztlich gilt: Nur wenn die hohe Kostenbelastung durch Förder- und Sponsorengelder abgefedert werden kann, schwindet die Gefahr, dass das Rosshaar über den Festspielen doch noch reißt und das viel zitierte Damoklesschwert fällt.

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