Das Christophsbad feiert 160. Geburtstag

Am 1. Mai wird das Göppinger Christophsbad 160 Jahre alt. Mitte des Monats wird das Jubiläum mit einem großen öffentlichen Fest gefeiert.

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Staatliche psychiatrische Pflegeplätze waren Mitte des 19. Jahrhunderts im Königreich Baden-Württemberg Mangelware. Das wollte Dr. Heinrich Landerer ändern. Obwohl ihm kein Darlehen für den notwendigen Umbau zugesagt wurde, eröffnete er am 1. Mai 1852 mit drei Patienten die private "Heil- und Pflegeanstalt für Gemüts und Geisteskranke". Das war die Geburtsstunde des Christophsbads.

Am 15. Mai wird der 160. Geburtstag groß gefeiert. Zuerst mit einem Festakt und geladenen Gästen, gleich im Anschluss mit einem öffentlichen Fest, zu dem Mitarbeiter, Patienten, Bewohner, Besucher und Freunde des Christophsbads eingeladen sind. Diese Veranstaltung startet um 14 Uhr und findet bei schönem Wetter auf dem Platz vor dem Haupteingang statt.

Das Christophsbad besteht heute aus sechs Kliniken und dem Christophsheim. Mehr als 1000 Mitarbeiter sorgen in Ambulanzen, Tageskliniken und vollstationären Abteilungen für Diagnostik und Therapie, Betreuung und Beratung. Die Auslastung des Christophsbads liegt nach Angaben des Unternehmens bei 96 Prozent. Die Patienten kommen nicht nur aus dem Landkreis, sondern auch aus der Region und darüber hinaus.

Das Christophsbad hat eine Geschichte, die immer auch ein Spiegelbild der jeweiligen Zeit war - nicht nur, was medizinische Errungenschaften und Veränderungen und Entwicklungen in der Psychiatrie betrifft, sondern auch in gesellschaftlicher Hinsicht. Das dunkelste Kapitel war die Zeit des Nationalsozialismus, wobei Quellen belegen, dass es im Christophsbad eine "einheitlich ablehnende Haltung" gab, was die Ermordung von Patienten im Rahmen der "Euthansie"-Projekte angeht.

In 160 Jahren hat sich im Christophsbad, das ein hohes Renommee genießt, vieles verändert, "jedoch nicht die private Trägerschaft und die große Verantwortung", wie die Klinik in einer Pressemitteilung betont. Getragen wird das Unternehmen durch die Gesellschafter, rund 70 Nachfahren der Familie Landerer. Seit 2011 verfügt das Christophsbad nach eigenen Angaben als einzige Klinik zwischen Ulm und Stuttgart über eine Neuroradiologische Abteilung, die eine moderne und besonders effektive Behandlung bei Schlaganfällen bietet.

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