Damit die Krankheit erträglich bleibt

Leiter vieler Selbsthilfegruppen haben sich getroffen, um zu erfahren, wie sie Fördermittel beantragen können. Zum Treffen hatte die AOK eingeladen.

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Ob Parkinson-Patienten oder Suchtkranke - sie alle müssen sich mit ihrer Erkrankung auseinandersetzen. Um dabei nicht alleine zu sein, gibt es Selbsthilfegruppen. Die AOK Neckar-Fils unterstützt diese Gruppen sowohl finanziell als auch mit Rat und Tat. Zum Austausch hatte die Krankenkasse nun die Selbsthilfegruppen nach Esslingen eingeladen. Rund 50 Gruppenleiter aus den Landkreisen Esslingen und Göppingen kamen. Unter anderem erfuhren sie, wie das neue Antragsverfahren für Fördermittel funktioniert.

Die Sozialpädagogin Katja Schön vom Sozialen Dienst der AOK betreut die Selbsthilfegruppen und erläuterte bei dem Treffen Kernpunkte des neuen Antragsverfahrens. Schön: "Ziel ist, die Vergabe der Fördermittel transparent zu machen." Beim Besprechen der Formulare wird schnell klar: Einfacher ist das Verfahren nicht geworden. Die voraussichtlichen Kosten müssen sehr differenziert aufgeführt werden: Miete, Fahrtkosten, Büromaterial, Computer, Drucker, Honorare, Fortbildungen - für alles gibt es eine eigene Spalte. Schön ermutigte: "Das sind jetzt zwar mehr Posten als bisher, aber gemeinsam bekommen wir das schon hin."

In Arbeitsgruppen diskutierten die Frauen und Männer über die Probleme, einen Nachfolger für die Gruppenleitung zu finden. Wer ist geeignet? Soll es ein Betroffener sein oder ein Angehöriger oder ein Experte? "Am besten wäre ein betroffener Arzt, der sich selbst geheilt hat", meinte Ralf Fischer von der "Amsel" in Wernau (Selbsthilfegruppe für an Multiple Sklerose-Erkrankte) grinsend. In einer anderen Runde diskutierte man über Konflikte in der Gruppe und wie sie zu lösen sind. Die nächste besprach das Gewinnen und Halten von neuen Mitgliedern. "Der Austausch ist wichtig", resümierte Mareike Noller von der AOK, die bislang die Selbsthilfegruppen betreute. "Die Erkrankungen sind zwar unterschiedlich, aber es gibt eine Reihe von Schwierigkeiten und Erfahrungen, die ähnlich sind."

Der stellvertretende Geschäftsführer der AOK Neckar-Fils, Thomas Schneider, lobte die Arbeit der Selbsthilfegruppen: "Sie setzen sich kompetent für Patientenrechte, hohe Lebensqualität und gute Versorgung der Betroffenen ein." Im vorigen Jahr habe die AOK Neckar-Fils die Gruppen mit rund 90 000 Euro gefördert. Selbsthilfegruppen können für ihre laufende Arbeit Geld bei der Gemeinschaftsförderung der gesetzlichen Krankenkassen Baden-Württemberg beantragen. Je nach Gruppengröße und Aktivität liege die beantragte Förderung zwischen 100 und 3000 Euro im Jahr, sagte Noller.

In den Landkreisen Esslingen und Göppingen arbeiten rund 220 gesundheitsbezogene Selbsthilfegruppen. Katja Schön: "Die Bandbreite ist enorm. Da gibt es zum Beispiel die Osteoporose-Selbsthilfegruppe, in der sich regelmäßig um die 15 Betroffene treffen und über ihre Krankheit reden. Die Rheuma-Liga dagegen ist bundesweit aufgestellt, die Gruppen vor Ort kümmern sich viel um Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit."

Info Weitere Informationen zur Unterstützung der Selbsthilfegruppen durch die AOK Neckar-Fils gibt Katja Schön, Telefon: (07161) 203 232, E-Mail: katja.schoen@bw.aok.de.

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