Christoph Weber setzt auf Dialog

Christoph Weber will mit einer Politik des Dialogs das Göppinger Rathaus erobern. Gestern läutete der Grünen-Stadtrat seinen Wahlkampf ein. Der 52-jährige Familienvater stellt die Bürger in den Mittelpunkt.

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"Göppingen gemeinsam gestalten" lautet der Slogan, mit dem Christoph Weber das Göppinger Rathaus erobern will. Der Fraktionschef der Grünen im Gemeinderat rechnet sich gute Chancen aus.  Foto: 

"Weg von den Schnellschüssen. Weg von der Politik der vollendeten Tatsachen, weg von den platzenden Seifenblasen". Manchmal wird Christoph Weber wirklich angriffslustig. Im jüngst wiedereröffneten Stadthallenrestaurant stimmte der Fraktionschef der Grünen gestern die Medien auf seinen Wahlkampf für den 14. Oktober ein. Dann wird in Göppingen der Rathauschef gewählt. Auf den Amtsinhaber Guido Till gemünzt ist auch seine Bemerkung, dass für einen Rathauschef ein respektvoller Umgang miteinander in der Verwaltung und im Gemeinderat selbstverständlich sein müsse - ein kaum versteckter Hinweis auf den Dauerclinch Tills mit dem Baubürgermeister und die verbalen Scharmützel, die sich der Amtsinhaber immer wieder mit einzelnen Stadträten liefert. Dem will der 52-jährige Christoph Weber eine "neue Kultur des Miteinanders" entgegensetzen. Nicht nur im Rathaus, sondern auch im Umgang mit der Bevölkerung. "Dialog mit den Menschen" und "gemeinsam gestalten" sind zentrale Begriffe seines Wahlkampfs. Alle Generationen sollen sich in der Stadt wohlfühlen, die auch dem gebürtigen Heidelberger seit 20 Jahren Heimat geworden ist. Auf den 250 Wahlplakaten ist der Kandidat im Gespräch zu sehen.

Ansonsten will der Fraktionschef der Grünen im Göppinger Gemeinderat das Amt mit Sachdiskussionen erobern. Er werde die Weichen für eine gute Zukunft der Stadt stellen, kündigt er an. "Global denken - lokal handeln", dieser Leitsatz der von ihm in Göppingen mit aufgebauten Lokalen Agenda werde für ihn der Rote Faden des Wahlkampfs und seiner OB-Tätigkeit sein.

Er wolle die Citybuslinien für alle Stadtteile fortführen, kündigt er an. Dort müssten die Menschen ihren Lebensmittelpunkt haben. Weber, der mit seine Frau und seinen drei Kindern im Bergfeld wohnt, wolle beim Schaffen von bezahlbaren Wohnraum für Familien helfen. Er werde verlässliche Hilfen für Landwirte beim Erhalt der verbliebenen Streuobstwiesen leisten. Die Vereine gelte es zu stärken. Seine Vision für die Energieversorgung Filstal sieht Bürgerenergiegesellschaften und einen Ausbau der regenerativen Energien, als Übergangstechnologie aber auch Gas- und Dampfturbinenkraftwerk vor.

Zu viele Großmärkte auf der Grünen Wiese haben dem Einzelhandel in der Innenstadt und in den Stadtbezirken zugesetzt, meint Weber. Er wolle gegensteuern und inhabergeführten Einzelhandel anlocken. "Die Zeit der Giga-Einkaufszentren ist vorbei", meint der Kandidat. Die Stadtentwicklung ist ihm generell wichtig. Die Abrissbirne kommt in Göppingen zu schnell zum Einsatz, findet der Diplom-Chemiker, der in seiner Laufbahn auch Erfahrungen mit Bauleitplanungen gewonnen hat. Göppingen brauche eine Innenstadtentwicklung mit Augenmaß und wirtschaftliche Impulse. Dabei setzt der Diplomchemiker, der in der Göppinger Außenstelle des Regierungspräsidiums Industriebetriebe berät, auf interkommunale Gewerbegebiete, gemeinsam mit Nachbarkommunen. Das Bahnhofsquartier sieht Weber als Vorhaltefläche für die Zukunft. Unter anderen könne dort, wo die Menschen ankommen, eventuell ein Hotel entstehen, findet Weber. Dort soll nach seinen Vorstellungen Göppingens Mobilitätszentrale entstehen, die viele Verkehrsmittel verknüpft.

Dass er als einer von mittlerweile acht Kandidaten auf den Rathaussessel schielt, entmutigt Weber nicht. Es gebe unter der Oberfläche sehr wohl eine Wechselstimmung, hat er beobachtet. Er werde dabei sehr ernst genommen. Dabei wolle er gar nicht auf der Erfolgswelle der Grünen reiten - auch wenn sein Wahlkampfteam von Grünen getragen wird. Taktische Absprachen mit den anderen Bewerbern für einen zweiten Wahlgang am 28. Oktober gebe es nicht. Um den Wahlkampf mit voller Kraft zu gestalten, hat Weber aber Urlaub genommen - und der geht bis Ende Oktober.

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