Chapel-Rettung ist perfekt

Nun ist es amtlich: Die Chapel wird saniert und zum Soziokulturellen Zentrum umgebaut. Aktuelle Kostenberechnung: knapp eine halbe Million Euro.

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Über der ehemaligen Militärkirche im Stauferpark lacht wieder die Sonne. Sie wird als Veranstaltungsort weitergenutzt.  Foto: 
Der Gemeinderat der Hohenstaufenstadt fasste am Donnerstagabend den endgültigen Baubeschluss für den Umbau der Chapel im Stauferpark zum Soziokulturellen Zentrum. Es war der politische Schlusspunkt einer bemerkenswerten lokalpolitischen Entwicklung: Die ehemalige Militärkirche stand nämlich vor einem Jahr praktisch vor dem Aus. Die Stadt hatte den Veranstaltungsraum wegen Brandschutzmängeln geschlossen und schätzte die Kosten für eine Sanierung auf knapp eine Million Euro. Das Ende der kulturellen Nutzung schien kaum noch aufzuhalten. Der Verkauf des Geländes an einen gewerblichen Nutzer drohte.

Nach einigen Protesten, einem internen Tauziehen zwischen Oberbürgermeister Guido Till und der Ersten Beigeordneten Gabriele Zull sowie nach mehrmals korrigierten Kostenschätzungen und Sparrunden entschied sich der Gemeinderat aber für die Sanierung.

Am Donnerstag kamen nun auch weitere konkrete Zahlen auf den Tisch, was die Veranstaltungsstätte die Stadt tatsächlich kosten wird: 495.0000 Euro sind es für den barrierefreien, baurechtlich einwandfreien Umbau und die vorgeschriebenen 25 Stellplätze. Dazu kommen jedes Jahr etwa 44.000 Euro als städtischer Zuschuss für den laufenden Betrieb. Denn die jährlichen Kosten werden mit knapp 50.000 berechnet, der Verein „Fabrik für Kunst und Kultur“ als Mieter kann aber nur etwa ein Zehntel schultern. Allerdings soll die Chapel und die inzwischen bereits wieder eröffnete „Krypta“ im Untergeschoss der ehemaligen US-Army-Kirche ein breiteres Nutzungsspektrum bekommen und sich für Jugendeinrichtungen und interkulturelle Gruppen öffnen. Das wurde auch am Donnerstagabend noch einmal deutlich. Gabriele Zull betonte, mit dem Baubeschluss werde ein langer Weg mit einem guten Ergebnis abgeschlossen.

Die Zustimmung fiel mit nur einer Gegenstimme (von Dieter Schurr, CDU) fast einhellig aus. Auch Oberbürgermeister Guido Till sagte, er habe „kein Problem, heute zuzustimmen“. Der OB hatte noch im vergangenen Jahr angesichts der Kosten vor einer Sanierung gewarnt. Schließlich hatte er angekündigt, er könne die Sanierung mittragen, wenn sie zwischen 300.000 und 400.000 Euro kosten würde.

Dass sie nun etwas teurer wird, schreckte die Stadträte nicht mehr. Klaus Fischer (CDU) sagte, seine Fraktion habe sich im Laufe des Prozesses „von Argumenten überzeugen lassen“. Armin Roos (SPD) betonte, die Chapel schließe eine Lücke im soziokulturellen Angebot der Stadt Göppingen. Deshalb sei diese Einrichtung wichtig. Christoph Weber (Grüne) erinnerte daran, dass die jetzt beschlossene Sanierung die Chapel so erhalte, wie man sie sich wünsche. Niemand habe je eine „geschleckte“ Chapel haben wollen. Klaus Rollmann (FDP/FW) mahnte, die Stadt müsse sich auf die Betreiber verlassen können. Und Michael Freche (Lipi) erinnerte daran, dass seine Fraktion zunächst einen Alternativvorschlag gemacht hatte, weil sie nicht daran glaubte, dass die Chapel noch zu retten sei. Nun aber können die Handwerker anrücken.

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Zukunft der Chapel

Die Chapel im Göppinger Stauferpark war geschlossen. In der ehemaligen Kirche der Amerikaner haperte es am Brandschutz. Ohne Sanierungsarbeiten durften dort keine Veranstaltungen mehr stattfinden.

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