Chance zwischen Stall und Büro

Auf dem Waldeckhof werden bald zehn Jugendliche mit Migrationshintergrund für eine Ausbildung fit gemacht. Die Firma Schuler unterstützt das Projekt mit einer Spende und bietet Praktikumsplätze an.

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Neues Leben entsteht auf dem Waldeckhof derzeit täglich: Karin Woyta zeigte Ingo Schnaitmann, dem Leiter der Schuler-Unternehmenskommunikation (M.), und dem Vorstandsvorsitzenden Stefan Klebert den Stall. Der Pressenbauer unterstützt Jugendliche, die auf dem Hof fit fürs Berufsleben werden sollen. Foto: Staufenpress

"Wir wollen mit unserer Firma gesellschaftliche Verantwortung übernehmen." Stefan Klebert, der Vorstandschef des Göppinger Pressenbauers Schuler, steht im Stall des Jebenhäuser Waldeckhofs und hält ein Lamm, das gerade einmal wenige Stunden alt ist, auf dem Arm. Das Unternehmen möchte die Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderung gGmbH (SAB) unterstützen. Geschäftsführerin Karin Woyta hatte es sich vor einigen Jahren zur Aufgabe gemacht, schwer vermittelbare Arbeitslose, Langzeitarbeitslose und Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten auf dem Hof auszubilden und zu beschäftigen. Nun soll eine dauerhafte Partnerschaft mit Schuler entstehen, bei der Jugendlichen mit Migrationshintergrund unter die Arme gegriffen wird.

"Wir bekommen von der Arbeitsagentur zehn Jugendliche vermittelt, die wir für eine Ausbildung fit machen wollen", erklärt Woyta. Das Projekt heißt "Xenos - Belegschaft in Vielfalt" und wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Die zehn Mitgranten sollen für die Dauer eines halben Jahres stundenweise auf den Waldeckhof kommen. "Wir wollen zuerst herausfinden, welche Stärken und Schwächen sie haben und wie wir ihnen helfen können", sagt die Geschäftsführerin.

Jeder der Jugendlichen werde individuell gefördert, denn jeder habe einen anderen Grund für seine Arbeitslosigkeit oder andere Probleme. Dazu sollen auf dem Hof Kurse angeboten werden. Sprachkenntnisse können auf diese Weise verbessert werden. Woyta möchte aber auch mit anderen Institutionen zusammen arbeiten, um den Migranten eine Qualifizierung zu ermöglichen. Auf dem Hof selbst könnten alle zehn Teilnehmer anschließend eine Ausbildung beginnen - egal ob als Landschaftsbauer, Bürokauffrau oder Kaufmann für Bürokommunikation. Die Geschäftsführerin möchte die Jugendlichen aber auch an andere Firmen im Landkreis weitervermitteln.

Geplant ist im Rahmen der Zusammenarbeit mit Schuler auch, den Jugendlichen Praktika beim Göppinger Pressenbauer anzubieten. Ausgangspunkt für die Kooperation war, dass bei einer Weihnachtstombola über 1300 Euro zusammen kamen. Der Vorstand hatte den Betrag nun verdoppelt und überlegt, wo das Geld in der Region gut angelegt wäre. Der Betriebsratsvorsitzende Rolf Brodbek schlug vor, den Waldeckhof mit dem Geld zu unterstützen. "Der Vorschlag kam auch bei unseren Mitarbeitern sehr gut an", erzählt Klebert. Es sei für Schuler ein überschaubarer Aufwand. Jedem der zehn Jugendlichen werde dadurch eine große Chance eröffnet. "Wir wollen die Unterstützung auf jeden Fall fortsetzen."

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