Bürstenhersteller Mink investiert Millionen in Großprojekt

Die Grenzen des Wachstums sind für den Bürstenhersteller Mink längst noch nicht erreicht. Die Produktion in Jebenhausen wird derzeit um 3500 Quadratmeter vergrößert. Weitere Neubauten entstehen ab Mai.

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  • Mink-Chef Peter Zimmermann mit einer Computeranimation des Projekts in Jebenhausen: Im Hintergrund das Werk 3, in der Mitte das Verwaltungsgebäude, rechts das Mitarbeitercasino und vorne das Parkhaus. 1/2
    Mink-Chef Peter Zimmermann mit einer Computeranimation des Projekts in Jebenhausen: Im Hintergrund das Werk 3, in der Mitte das Verwaltungsgebäude, rechts das Mitarbeitercasino und vorne das Parkhaus. Foto: 
  • Mit der Erweiterung des Werks 3 entlang der Boller Straße in Jebenhausen wurde im März begonnen. Ende des Jahres soll die neue Produktionshalle fertig sein. 2/2
    Mit der Erweiterung des Werks 3 entlang der Boller Straße in Jebenhausen wurde im März begonnen. Ende des Jahres soll die neue Produktionshalle fertig sein. Foto: 
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Der weltweite Bürsten-Boom in allen möglichen Lebens- und Herstellungsbereichen hält unvermindert an, beste Bedingungen für die Firma Mink in Jebenhausen. "Mink Bürsten wächst und wächst und gedeiht", sagt der geschäftsführende Gesellschafter Peter Zimmermann und verweist auf ein angestrebtes Wachstum von sieben Prozent in diesem Jahr. Der Umsatz des Weltmarktführers bei technischen Bürsten in der "Bündelbeborstung" soll von 37 Millionen Euro auf 40 Millionen gesteigert werden.

Ziele, die auch eine Kehrseite haben. Schon jetzt platzt das Unternehmen, das in Jebenhausen 350 Mitarbeiter - 20 mehr als im vergangenen Jahr - beschäftigt, aus allen Nähten. Das soll sich ändern. Im März hat Mink damit begonnen, das Werk 3 im Gewerbegebiet Jebenhausen um 3500 auf 10.000 Quadratmeter zu erweitern. Damit liegt die gesamte Produktionsfläche bei rund 18.000 Quadratmetern.

Der Kran steht. Die Bagger rollen. Die neue Produktionshalle soll bereits Ende das Jahres fertig sein. Weiteres Großprojekt im Rahmen der Expansionsbemühungen: der so genannte Campus, ein in viel Grün eingebettetes Ensemble aus einem 3000 Quadratmeter großen Verwaltungsgebäude, einem Parkhaus mit 152 Stellplätzen und einem 400 Quadratmeter großen Mitarbeitercasino. Mit dem Bau soll im Mai begonnen werden. Das gesamte Investitionsvolumen liegt nach Auskunft von Zimmermann bei rund neun Millionen Euro.

Grundstück im Gewerbegebiet Jebenhausen

"Damit es uns weiterhin gut geht, müssen wir für Platz sorgen", sagt der geschäftsführende Gesellschafter. Die Raumnot in Produktion und Verwaltung soll behoben, die innerbetriebliche Logistik verbessert werden. Außerdem sind in den Neubauten Ausstellungs-, Versuchs-, Schulungs- und Laborflächen vorgesehen. Es geht um Reserven für weiteres Wachstum. Zimmermann hofft, nach der Fertigstellung Anfang 2014 für alle Herausforderungen gewappnet zu sein. "Die nächsten vier oder fünf Jahre ist dann alles in Ordnung", sagt der Firmenchef, der mit dem Projekt auch zur Attraktivität der Region beitragen will. Und wenn nicht? Vorsorglich hat sich Mink ein weiteres, 8000 Quadratmeter großes Grundstück im Gewerbegebiet Jebenhausen gesichert.

Die Vorsorge kommt nicht von ungefähr: Nach Angaben der Firma werden 250.000 Bürstentypen für weltweit 15.000 Kunden im Maschinen- und Gerätebau ausschließlich in Jebenhausen produziert. Im Jahr 2012 waren es über fünf Millionen Stück. Das maschinelle Einsatzgebiet von Mink-Bürsten reicht vom Waschen von Gemüse und der Reinigung von Solar-Paneelen über die Beseitigung von scharfen Kanten bei der Herstellung von Aluminiumfelgen bis hin zum Regenschutz von Windkraftanlagen und dem Etikettieren von Sektflaschen.

Auch Designer haben Geschmack an Minkbürsten gefunden, wie eine Popart-Darstellung des kubanischen Revolutionshelden Che Guevara oder der Schauspielerin Audrey Hepburn im Besprechungszimmer zeigen. Statt auf Revolution oder Schauspielerei setzt Mink aber lieber auf Innovation und deutsche Wertarbeit. Der Firmenchef ist stolz darauf, dass viele Kunden sich ein Firmenlogo von Mink auf ihren Maschinen wünschten. Tatsächlich macht Mink zu 80 Prozent Sonderanfertigungen. Es gehe darum, auf Kundenwünsche einzugehen und nach Lösungen für deren Probleme zu suchen, erklärt Zimmermann - nicht ohne die vielen Erfindungen zu erwähnen, die so entstanden seien.

Die neuen Produkte werden auf den Markt gebracht, jedoch ohne sie patentieren zu lassen. "Das wäre zu aufwendig und zu teuer," sagt der Firmenchef und verweist auf die zahlreichen Innovationspreise, die Mink eingeheimst hat. Ideen sollen auch die über 30 Auszubildenden bringen, mit denen sich Mink erfolgreich gegen den Fachkräftemangel wappnet. Jahr für Jahr würden fünf bis sechs Kaufleute, vier bis fünf Industriemechaniker, ein Kunststoffformgeber und ein bis zwei Studenten des Wirtschaftsingenieurwesens eingestellt.

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