Bürgerenergiegenossenschaft erweitert Basis

Die Bürgerenergiegenossenschaft Voralb verbreitert ihre Basis: Drei Schurwaldgemeinden schließen sich an. Bei den Fotovoltaikanlagen tat sich zuletzt wenig, die Hoffnung ruht auf Windkraft.

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Seit Mai 2013 am Netz: Auf dem Schlater Bürgerhaus und Feuerwehrmagazin liegt die jüngste von sechs Fotovoltaikanlagen der Bürgerenergiegenossenschaft Voralb, die ihre Basis im Schurwald erweitert. In Börtlingen sind schon neue Dächer im Blick.  Foto: 

Die Bürgerenergiegenossenschaft Voralb ist Vergangenheit - jetzt heißt sie Voralb-Schurwald. Einstimmig hat die Mitgliederversammlung die Erweiterung angenommen. Denn Börtlingen, Wangen und Rechberghausen wollen sich einbringen. Dort gab es Überlegungen für eine eigene Genossenschaft, aber erhebliche Grundkosten sprachen dagegen. "Wir wollen das Rad nicht zweimal erfinden", so Börtlingens Bürgermeister Franz Wenka. Der Wangener Altbürgermeister Werner Stöckle wurde gleich als weiteres Aufsichtsratsmitglied gewählt. Der Eschenbacher Schultes Thomas Schubert, seinerzeit treibende Kraft für die Bürgerenergiegenossenschaft (BEG), wünscht sich den ganzen Schurwald als Beitrittsgebiet. Auch Adelberg, Birenbach und Wäschenbeuren seien willkommen.

Die Genossenschaft hat zugelegt: im vergangenen Mai ging die sechste Anlage ans Netz. Sie steht auf dem Dach des Bürgerhauses/Feuerwehrmagazins in Schlat. Das stellt die BEG freilich nicht zufrieden. "Wir suchen dringendst nach Dächern", appelliert der Technische Vorstand Dieter Nemec. Da kommt der Schurwald wie gerufen. Börtlingen könnte das Rathaus und das Turnhalle bieten. Nemec hat sich beides schon angeschaut. Anlagen von 20 und 23 Kilowatt wären drin. Ersteres sei an der Untergrenze der Wirtschaftlichkeit. Es komme jetzt darauf an, wie sich die EEG-Umlage entwickle, die von Berlin neu festgelegt wird. Weitere mögliche Dächer in Wangen und Rechberghausen kennt Nemec noch nicht.

Das laufende Jahr entwickelt sich sonnenreich

Weniger erfreulich: Das letzte Jahr war sonnenarm, der Ertrag der BEG ging von zuletzt 22.500 auf 16.900 Euro zurück. Um die gewohnte Dividende von fünf Prozent an die 249 Mitglieder mit 3680 Geschäftsanteilen auszuschütten, musste die BEG 1219 Euro aus dem Sparstrumpf nehmen. Sie tat es, weil der Vorstand "keine krummen Zahlen" mag und das laufende Jahr sich wieder sonnenreich entwickelt. Es verbleibt auch noch ein Polster von 6600 Euro.

Wenig hat sich bei den Dächern getan - aber viel wurde sondiert. Nemec berichtete von zwei Windkraftstandorten, die er im Auge hat. Der eine sei ein naheliegender, aber dort gebe es technische Probleme, die erst in ein, zwei Jahren lösbar seien. An einem zweiten, das etwas weiter entfernt liege, seien schon Konkurrenten dran. Er arbeite daran, ihnen eine Partnerschaft schmackhaft zu machen, so Nemec. Die Windkraft ist für ihn festes Ziel, auch wenn sie eher übermorgen zu erreichen sei als morgen. Auch Schubert ist zuversichtlich, dass der Einstieg gelingt - und zwar lokal oder regional. An der Küste will man sich nicht einkaufen.

Vorstand sucht Unterstützung

Es wäre eine Zeitenwende. Derzeit fährt die Energiegenossenschaft mit gebremster Kraft, sie kann nur begrenzt investieren und hat den Anteil für ein Neumitglied bereits auf 100-Euro gedeckelt. Sonst wären bis zu 10.000 möglich. Immerhin hat man so einen Aufnahmestopp vermieden. "Wir haben bereits Anfragen aus Norddeutschland", sagt Vorstand Peter Rösler. Noch beklagt er: "Die See ist ruhig, wenig Wind, keine Fahrt." Wenn die Windkraft kommt, wäre die BEG nur ein kleinerer Akteur, verdeutlicht Schubert. Sie könne die Millionen für ein Windrad nicht stemmen, "wir sind dann ein bisschen besser im Konzert der Großen."

Internes Problem der Genossenschaft: Der Vorstand sucht Unterstützung. Die Mitgliederverwaltung lag seit zweieinhalb Jahren in den Händen von Beirätin Kerstin Kosinski, die jetzt aus beruflichen Gründen verabschiedet wurde.

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