Buchautoren halten Finanzvortrag in Bartenbach

"Der größte Raubzug der Geschichte" lautet der Titel ihres Buchs, über dessen Inhalt die beiden Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich jetzt in der Bartenbacher Gemeindehalle referierten.

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Auch wenn der Buchtitel irgendwie mittelalterlich anmutet, ist das einzig Mittelalterliche daran das mutmaßliche Unrechtsbewusstsein der Bankiers und Politiker, die nach Ansicht der Autoren seit Jahrzehnten die Finanzkrise hemmungslos ankurbeln. "Unser Finanzsystem hat Krebs im Endstadium", diagnostiziert Marc Friedrich, "ein paar wenige bereichern sich auf Kosten des großen Rests."

Etwa 100 Zuschauer waren zum Finanzvortrag nach Bartenbach gekommen. Pfarrer Gerhard Steinbach, der zu dem Vortrag mit eingeladen hatte, freute sich über die Resonanz.

Bankenkrise ist das Schlagwort, das seit langem durch die Medien geistert, doch was genau steckt dahinter, und wer ist eigentlich daran schuld? Eine ausführliche, gut verständliche und humorvolle Antwort geben Friedrich und Weik in ihrem Buch, das 2012 veröffentlicht wurde und bisher nichts an Aktualität verloren hat. ",Warum schreibt ihr etwas auf, das sowieso bekannt ist? fragten uns die Verlage, die uns ablehnten", erzählt Weik. Aber besonders bekannt schienen die Absurditäten und verbrecherischen Machenschaften des internationalen Finanzwesens besonders beim Normalbürger aber nicht zu sein.

So machten es sich die beiden Betriebswirtschaftler aus dem Remstal zur Aufgabe, eine zynische Kampagne zur "Volksaufklärung" zu Papier zu bringen. So machte es auch viele Besucher ihres Vortrages wütend zu hören, wie sich Banken bedienen und fremdes Geld verzocken, während die Politik still hält und der Steuerzahler die Rechnung begleicht. "Lange wird der Euro nicht mehr durchhalten", prophezeit Weik. "Wir können zwar nicht in die Zukunft schauen, aber die Vergangenheit ist ein guter Ratgeber."

Schon vor fast hundert Jahren scheiterte die lateinische Währungsunion, eine Art Ur-Euro. Viele Parallelen lassen sich zwischen damals und heute ziehen, so die beiden Buchautoren. Die Aufhebung der gedeckten Währung 1971 sei genauso fatal gewesen wie der Bruch von einem Euro-Vertrag nach dem anderen. Dies scheine jedoch in den vergangenen Jahren zu einem Kavaliersdelikt geworden zu sein.

2001 hatte Friedrich die Staatspleite von Argentinien hautnah miterlebt. "Innerhalb von vier Stunden war der Peso entwertet worden. Es brach Panik aus", erinnert er sich. Wie schnell es in Europa gehen wird, kann niemand sagen. "Südeuropa ist pleite. Und mehr denn je wird der Finanzmarkt aufgeblasen." Die Banken würden Geld verleihen, das nicht existiert, und würden Papiere ausgeben, die bald nichts mehr wert seien. Auch wenn Merkel und Steinbrück kess Versprechen über die Sicherheit der Spareinlagen der Bundesbürger leisten, sind die Schwüre nicht gesetzlich verankert und genauso wertlos wie eine Lehman-Aktie, meinen Weik und Friedrich.

"Sachwerte", lautet die Empfehlung des Duos. Und dazu etwas Bescheidenheit. "Keiner kann auf drei Matratzen schlafen", vergleicht Friedrich. "Investieren Sie in Bildung, Gesundheit, Reisen. Das ganze Geldsystem wird uns bald um die Ohren fliegen."

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