Bonnie frisst auch Bananen

Vor zwei Wochen wurde neben einem Feldweg in Hattenhofen eine ausgehungerte Fuchswelpin gefunden. Durch die Zuwendung einer Göppingerin erfreut sie sich jetzt bester Gesundheit.

|
Etwas verdutzt blickt Bonnie drein, als der Fotograf sie ablichtet. Doris Neubrand hat sich der Füchsin angenommen. Foto: Staufenpress

240 Gramm brachte Bonnie auf die Waage, als ein Fußgänger die Rotfüchsin gefunden hatte. Zudem war das Tier unterkühlt, was seinen Zustand noch weiter verschlechterte. Doch Füchse seien zähe Tiere, erklärt die Göppingerin Doris Neubrand, die sich des Findelkinds angenommen hat. Schon seit vielen Jahren päppelt sie alle möglichen Jungtiere auf, bevor sie wieder in die Freiheit entlassen werden.

Nach zwei Wochen liebevoller Pflege wiegt Bonnie jetzt stolze 700 Gramm und ist putzmunter. Delikatessen wie Rinderhack, Leber und Hundewelpenfutter haben ihre Lebensgeister wieder geweckt. "Genau so gerne frisst sie aber auch Bananen", berichtet Neubrand. Das verwundert nicht, denn Füchse sind relativ anspruchslose Allesfresser.

Bonnie, wie Neubrand die Füchsin genannt hat, wohnt nun in einem großen Käfig, der im Wohnzimmer der Neubrands steht. Ihr Mann, Eberhard Neubrand, der auch Vorsitzender des Göppinger Tierschutzvereins ist, hat extra einen hohlen Baumstamm besorgt, der in Bonnies Käfig einen Rückzugsort für das kleine Raubtier bietet. Doch fürs Foto lässt sich Bonnie wie selbstverständlich von Doris Neubrand aus dem Käfig holen und schmiegt sich sofort eng an sie. "Meine Tochter und ich sind nun so etwas wie Ersatzmütter für sie geworden", erklärt Neubrand und fährt fort: "Sobald mein Mann in ihre Nähe kommt, dreht sie durch."

Nicht nur Eberhard Neubrand begegnet dem Wildtier mit Vorsicht: "Wenn wir Bonnie im Wohnzimmer springen lassen, suchen die Hunde sofort das Weite", sagt die Ersatzmutter. Eine amüsante Vorstellung, denn die Welpin misst gerade mal 30 Zentimeter, hat aber schon beachtliche Fangzähne. Bevor das Findelkind bei Familie Neubrand aufgenommen wurde, musste es sich einer Behandlung mit Flohspray unterziehen lassen. "Wegen der Tollwut brauchten wir uns keine Sorgen machen, denn Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei", weiß Neubrand. Über die Zukunft von Bonnie hat sie noch nicht eindeutig entschieden. "Vielleicht geben wir sie mit drei Monaten zur Wildtierhilfe nach Stuttgart, auch wenn es uns schwerfallen wird", sagt Neubrand. Mit einem halben Jahr kann Bonnie dann ausgewildert werden.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Volksbank-Fusion: Brandbrief des Ex-Vorstands

Der frühere Vorstandschef der Göppinger Volksbank, Peter Aubin, sieht keinen Sinn in der Fusion und geht mit den Vorständen hart ins Gericht. weiter lesen