Böllerunfall: Polizei prüft Verstoß gegen Sprengstoffgesetz

Nach dem tödlichen Feuerwerksunfall auf dem Aasrücken bei Hohenstaufen prüft die Polizei einen möglichen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz.

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Die Experten der Polizeidirektion Göppingen und des Landeskriminalamts stehen nach dem tödlichen Feuerwerksunglück auf dem Aasrücken bei Hohenstaufen vor einer schwierigen Aufgabe. In der Silvesternacht starb dort ein 27-Jähriger bei dem Versuch, einen illegalen Sprengsatz zu zünden. Die Explosion war so heftig, dass der Mann schwerste Brustverletzungen erlitt, denen er auf dem Weg in die Klinik erlag. Zwar gehen die Ermittler davon aus, dass es sich bei dem Feuerwerkskörper um einen illegal aus Osteuropa beschafften und offenbar nachträglich manipulierten Böller handelte. Dennoch sind viele Fragen noch unbeantwortet. Wo genau stammte der Sprengsatz her? Wer hat ihn auf welchem Weg erworben oder besorgt? Aufschluss erhofft sich die Göppinger Kriminalpolizei von den Untersuchungen des Landeskriminalamts. Dort werden derzeit die Reste des Böllers unter die Lupe genommen, die an der Unglücksstelle sichergestellt werden konnten. Auch die weiteren beim Opfer gefundenen Sprengkörper werden in Stuttgart analysiert und mit den Spuren an der Explosionsstelle verglichen.

Befragt wurde inzwischen der Bekannte, mit dem zusammen das Opfer den Mega-Böller kurz nach Mitternacht zünden wollte. Der 20-Jährige erlitt bei dem Unfall einen offenen Mittelhandbruch sowie Risswunden. Die Polizei wollte sich gestern zu dem Ergebnis der Befragung nicht äußern. Im Raum steht offenbar der Verdacht, dass der 20-Jährige gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen haben könnte. Ob er sich erhärtet, hängt jedoch von den weiteren Untersuchungen des Landeskriminalamts und der Kripo ab.

Entgegen Meldungen in anderen Medien ist auch unklar, wie der 27-Jährige und der 20-Jährige, die zuvor mit Freunden auf dem Stixenhof bei Ottenbach Silvester gefeiert haben sollen, den verbotenen Böller angezündet haben. In der Neujahrsnacht war es windig und hat geregnet. Die Vermutung, die beiden Männer könnten versucht haben, den Sprengsatz mit einer Gaskartusche samt Brenneraufsatz zur Explosion zu bringen, konnten von der Polizei gestern nicht bestätigt werden. Für eine solche Aussage sei es nach jetzigem Stand noch zu früh, betonte Polizeisprecher Rudi Bauer. Geprüft wird nach seinen Angaben auch, ob das Opfer, das als Baggerfahrer für die Hattenhofer Abbruchfirma Vybiralik gearbeitet hatte, in dem Betrieb Zugang zu Sprengstoff hatte oder im Umgang mit solchem Material geübt war.

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