Bernd Langer stellt Buch über die Antifa vor

Im Haus der Jugend referierte der Autor Bernd Langer über die Geschichte der linksradikalen Antifaschistischen Aktion zwischen 1920 bis 1948.

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"Es gab Widerstand gegen Hitler" sagte Bernd Langer, Aktivist und Mitglied der Antifaschistischen Aktion (Antifa), am Ende seines Vortrags über sein 2014 erschienenes Buch im Haus der Jugend. Als Beispiel nannte der Berliner Autor Georg Elser, der das missglückte Attentat auf Hitler im November 1938 mit dem Leben bezahlte.

Gegenstand des Vortrags waren die Anfänge der Antifa-Bewegung ab 1920 bis 1948. Anfang der 1920er Jahre sei der Begriff Antifaschismus von der Kommunistischen Partei (KPD) als Kampfbegriff in Deutschland eingeführt worden, ursprünglich sei er als Gegenbewegung zu Mussolinis Faschismus in Italien entstanden. Er bedeutete Antikapitalismus, und deswegen sei aus der Sicht der KPD jede andere Partei als faschistisch anzusehen. Langer sagte, die KPD sei im Grunde ein Männerbund gewesen, und Frauen hätten einen eigenen Bund gründen müssen, der unbedeutend gewesen sei.

KPD und SPD habe die "Sozialfaschismusthese" getrennt, denn in den Augen der KPD unterstütze die SPD den Kapitalismus. Langer ging in vielen Details auf die unterschiedliche Entwicklung der beiden Parteien ein und beleuchtete den Aufstieg der NSDAP, die 1930 zweitstärkste Partei im Reichstag wurde, aber zunächst nicht einheitlich gewesen sei. Dass die KPD, deren Hauptfeind die SPD gewesen sei, mit den Rechten damals gemeinsame Sache gemacht habe, werde in der Geschichtsschreibung kaum erwähnt.

Der Sturz des Preußischen Ministerpräsidenten Otto Brauns, der Aufmarsch in Braunschweig 1931 durch die Nazis mit Straßenschlachten, wo sie "gegen die linken Chaoten ihre militärische Macht hätten demonstrieren wollen", war ebenfalls Thema des Vortrags. Auf der Frage, wie die Nazis an die Macht kamen, wie die anderen Parteien und Gewerkschaften darauf reagierten beziehungsweise nicht reagierten, lag der Fokus. Ob es 1938 noch eine Möglichkeit gegeben hätte, gegen Hitler etwas zu unternehmen, ließ Langer offen. Der Kampf der Antifa gegen die Nationalsozialisten sei erst Anfang der 30er Jahre in den Fokus gerückt und habe 1932 in die Gründung der Antifaschistischen Aktion gemündet. In den 70er Jahren hätten kommunistische Gruppen das Emblem, die Doppelfahnen, wieder aufgegriffen.

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