Bei einem Koch- und Backkurs knüpfen Migranten Kontakte

Beim integrativen Kochkurs kommen Migranten zusammen, die erst seit kurzem in Göppingen sind. Gerichte wie Maultaschen oder Gebackenes wie Gutsle stehen hoch im Kurs.

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  • Die Syrerin und vierfache Mutter Amal Khalil kümmert sich beim gemeinsamen Backen um die Vanillekipferl. Bei den vorherigen gemeinsamen Kochnachmittagen lernten die Teilnehmer auch schwäbische Gerichte wie Maultaschen und Kartoffelsalat kennen. 1/5
    Die Syrerin und vierfache Mutter Amal Khalil kümmert sich beim gemeinsamen Backen um die Vanillekipferl. Bei den vorherigen gemeinsamen Kochnachmittagen lernten die Teilnehmer auch schwäbische Gerichte wie Maultaschen und Kartoffelsalat kennen. Foto: 
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    Beim integrativen Kochkurs kommen Migranten zusammen, die erst seit kurzem in Göppingen sind. Foto: 
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    Beim integrativen Kochkurs kommen Migranten zusammen, die erst seit kurzem in Göppingen sind. Foto: 
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Zaher Mohsen bearbeitet den Teig mit dem Nudelholz. Er rollt die widerspenstige Masse zu allen Seiten hin aus. "Mach das noch etwas dünner", gibt ihm Ernährungswissenschaftlerin Doris Neumann einen Tipp. Der 27-Jährige presst den Teig noch mal ein wenig mehr auseinander. Mit Ausstechern in Herz-Form drückt er dann gemütlich kleine Plätzchen heraus und platziert sie sorgfältig auf dem bereitgestellten Blech. "Ich habe vorher noch nie gebacken, das ist mein erstes Mal. Normalerweise macht das immer meine Mutter", gibt der Syrer zu, der seit etwa einem Jahr in Süßen wohnt. Die 20-jährige Nouro Khalil, die mit ihrer Mutter Amal den Kochkurs besucht, hilft ihm, die "Ausstecherle" mit Eiweiß zu bestreichen und mit Mandelsplittern zu verzieren.

Auf der anderen Seite der Küche kümmert sich Amal Khalil um die Vanillekipferl. Die Syrerin ist eine erfahrene Hausfrau und formt den Teig zu perfekten Halbmonden. Innerhalb von nur wenigen Minuten ist auch dieses Blech gefüllt, nur der Ofen ist noch nicht heiß genug. Vor rund einem Jahr kam die Grundschullehrerin für Arabisch mit ihrem Mann und den vier Kindern aus Damaskus über Ägypten und Italien nach Deutschland.

In Deutschland noch den Masterabschluss

Eine Route, die auch Zaher Mohsen nach Göppingen geführt hat. Zuerst kam sein Bruder hier her, dann er selbst und schließlich auch seine Eltern. Der Syrer floh vor dem Krieg in seinem Heimatland. Wenn er nicht gegangen wäre, hätte er in der Armee dienen müssen. Jetzt muss und will er erst mal in Deutschland bleiben. In Damaskus hat der 27-Jährige Architektur studiert, jetzt lässt er seine Zeugnisse übersetzen und will in Deutschland noch seinen Master machen. Sein neues Heimatland kennt er schon von einem zweiwöchigen Studentenaustausch vor fünf Jahren. "Die 14 Tage waren bisher die besten", sagt Mohsen lachend.

"Dieser Kochkurs ist für Teilnehmer, die noch nicht lange in Göppingen sind, und soll ein integratives Angebot sein", erklärt Agathe Masserer, Leiterin des Vereins "Haus der Familie" und Organisatorin des Kochkurses, den Hintergrund des Projekts. In drei bis vier Treffen sollen sich die Teilnehmer kennenlernen und gleichzeitig von der Ernährungswissenschaftlerin Doris Neumann lernen, gesund und ernährungsphysiologisch zu kochen. Die Interessenten für den Kochkurs wurden über das Café Asyl generiert, in dem sich jeden Freitag Nachmittag Göppinger Bürger und Asylbewerber aus unterschiedlichen Herkunftsländern im Pavillon der evangelischen Stadtkirche treffen können. Der Kochkurs wird vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und der Landesanstalt für Entwicklung der Landwirtschaft unterstützt. Im kommenden Jahr soll es ein bis drei weitere ähnliche Projekte geben.

Nouro Khalil und Zaher Mohsen haben ihre Zukunft in Deutschland klar vor Augen: "Ich muss noch ein Jahr lang deutsch lernen, dann möchte ich gern Medizintechnik studieren", gibt Nouro Khalil einen Ausblick in die Zukunft. Mohsen möchte zunächst die neue Technologie in Deutschland kennenlernen, um später als Architekt in seinem Heimatland Syrien beim Wiederaufbau zu helfen. Jetzt schickt er aber erst mal ein Foto von den gut gelungenen Plätzchen an seinen schärfsten Koch-Kritiker - seine Mutter.

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