Bei der Redezeit kommt Stoppuhr zum Einsatz

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In der letzten Sitzung des Göppinger Gemeinderats vor der Sommerpause geriet am Donnerstagabend das Thema Redezeit in die Diskussion. Auslöser war ein äußerst ausführlicher Redebeitrag des Stadtrats Christian Stähle (Lipi-Fraktion), gespickt mit Verbalattacken gegen die Rathausspitze und andere Lokalpolitiker. Das trieb den Oberbürgermeister auf die Palme: Stähles Verhalten sei "eine Tortur und kaum zu ertragen", sagte Guido Till. Er forderte die Lokalpolitiker auf, in der Sommerpause darüber nachzudenken, ob eine Redezeitbegrenzung sinnvoll wäre.

Das ermunterte den FWG-Stadtrat Wolfgang Berge zu einer Wortmeldung. Er habe sich in der Sitzung zuvor einmal die Mühe gemacht, die Redezeiten der einzelnen Fraktionen mitzustoppen. Sein Ergebnis: Die dreiköpfige Lipi-Fraktion (Linke und Piraten) kam auf 44 Minuten, die Grünen auf 22 Minuten. Die CDU als größte Fraktion brachte es auf gerade einmal 18 Minuten, genauso wie die FDP/FW. Die SPD begnügte sich nach Berges Messungen mit 15 Minuten und seine eigene Fraktion, die Freien Wähler Göppingen mit 11 Minuten.

Auf den Vorschlag, eine Redezeitbegrenzung einzuführen, reagierte Christian Stähle empfindlich: "Eine Geschäftsordnung, die eine Beschränkung vorsieht, wäre sittenwidrig und wir würden sofort dagegen klagen", sagte Stähle gestern auf Anfrage der NWZ.

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