Bahn bremst Regio-Ticket aus

Es bleibt beim Stopp-Signal: Mit seiner Bitte um Wiederbelebung des Regio-Tickets stößt der Göppinger SPD-Landtagsabgeordnete Peter Hofelich bei der Bahn auf taube Ohren. Zu unwirtschaftlich, sagt sie.

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Will das Regio-Ticket wieder einführen: Peter Hofelich.

Die Bahn will an der ersatzlosen Streichung des preisgünstigen Regio-Tickets am 11. Dezember vergangenen Jahres festhalten. Eine Fortführung des Günstig-Tarifs sei wirtschaftlich nicht vertretbar, betont Hans-Albrecht Krause von der DB Regio AG in seinem Antwortschreiben an den Göppinger SPD-Landtagsabgeordneten Peter Hofelich. Der hatte sich die Proteste der Bahnreisenden im Landkreis Anfang Januar zu eigen gemacht und den Konzernbevollmächtigten für Baden-Württemberg, Eckart Fricke, gebeten, die vorweihnachtliche Entscheidung rückgängig zu machen. Der Wegfall führe Bahnreisende zurück zum Auto, statt auf andere Bahnangebote zu lenken, hatte Hofelich damals argumentiert. Ärgerlich sei zudem, dass das Regio-Ticket zeitgleich mit der Einführung des Metropoltickets weggefallen sei. Dies berge die Gefahr, dass dieses neue Angebot negativ gesehen werde, so der SPD-Mann in seinem Brief. "Das Metropolticket ist der, wenn auch noch zaghafte, Versuch den Kreis Göppingen für die Integration in den Verkehrsverbund Stuttgart vorzubereiten und darf auf keinen Fall bei Bürgerschaft und Kundschaft negativ besetzt werden", schreibt Hofelich.

Tatsächlich hatte der Kreisvorsitzende des Auto Club Europa (ACE), Harald Kraus, damals beanstandet, das neue Metropolticket mit seinem Normalpreis von 18,20 Euro für die Fahrt von Göppingen nach Stuttgart und zurück stelle keine wirkliche Alternative zum bisherigen Regio-Ticket mit einem Preis von elf Euro für dieselbe Strecke dar. Die Kritik war von Kreisverkehrsplaner Jörg-Michael Wienecke postwendend zurückgewiesen worden. Er bedauerte zwar den Wegfall des Regio-Tickets, lobte aber das Metropolticket, das in allen neun Verkehrsverbünden gelöst werden kann und die Reise in Bussen und Straßenbahnen einschließt. Das Metropolticket mache den öffentlichen Personennahverkehr um einiges attraktiver, so Wienecke damals.

Hans Albrecht Krause von der DB Regio sieht das ähnlich. In seiner Antwort an Hofelich schreibt er: "Der von Ihnen vermutete Zusammenhang mit der Einführung des Metropoltickets ist nicht gegeben." Die Gründe für die Streichung des Regio-Tickets seien rein wirtschaftlicher Natur. Krause: "Unsere Erwartungen wurden leider nicht erreicht." In den vergangenen Jahren habe man einen kontinuierlichen Rückgang der Verkaufszahlen beobachten müssen. Zudem habe die Marktforschung bestätigt, dass der Bedarf an Kurzstreckentickets bis 50 Kilometern gering sei. Krause: "Der von uns erwartete Mehrverkehrseffekt ist trotz entsprechender Marketingmaßnahmen nicht eingetreten." Es hätten überwiegend nur "Umwanderungen" von anderen Tickets stattgefunden.

Hofelich hält die Antwort der Bahn nicht für befriedigend und will demnächst ein Gespräch aller für den Nahverkehr im Filstal Verantwortlichen anregen. Gerade nach den Auseinandersetzungen um das Bahnprojekt Stuttgart 21 hält es der SPD-Abgeordnete für wichtig, keine Zweifel daran aufkommen zu lassen, "dass wir auch bereits auf dem Weg zur Vollendung des Projekts gemeinsam an besserem öffentlichen Nahverkehr interessiert sind." Vor diesem Hintergrund dürfte bei dem von Hofelich geforderten Gespräch wohl auch der seit Jahren geforderte S-Bahnanschluss ins Filstal eine Rolle spielen.

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