Azubis nehmen Bahnhof unter die Lupe

Zur Zeit versuchen sich Azubis als Manager des Bahnhofs in Göppingen. Die Lehrlinge sollen im Rahmen ihrer Ausbildung eigenverantwortlich Schwachstellen aufdecken und neue Konzepte umsetzen.

|
Die Auszubildenden der Deutschen Bahn erlebten in der vergangenen Woche, was es heißt, einen Bahnhof zu managen. Unter anderem befragten sie Passanten, um neue Konzepte für den Betrieb in Göppingen zu entwickeln.  Foto: 

Die erste Wochen des Projekts "Management erlebt und gestaltet durch Azubis", kurz Mega, ist vorbei. Der Nachwuchs der Deutschen Bahn soll bei diesem Vorhaben unter anderem den Bahnhof in Göppingen auf Herz und Nieren prüfen. Eigentlich geben die Kaufmänner und Kauffrauen im Verkehrsservice Auskünfte darüber, auf welchem Gleis ein Zug abfährt, oder kontrollieren Fahrkarten. In der vergangenen Woche sah ihr Aufgabenprofil aber deutlich anders aus. Sie organisierten Renovierungsarbeiten und befragten Zugreisende. Normalerweise fällt das in die Zuständigkeit von Dieter Maier, Leiter des Bahnhofmanagements Ulm, der auch für die Bahnstation in Göppingen zuständig ist. "Die Auszubildenden sollen Konzepte entwickeln, wie ein Bahnhof im Sinne des Kunden betrieben werden kann, und hautnah erleben, was alles dazugehört", beschreibt Maier die Ziele. Selbständiges und verantwortungsvolles Arbeiten ist die Kernidee des Projekts. Zunächst wurde Mega an den Pilotstandorten Regensburg und Pforzheim getestet. Nun gibt es, aufgrund der positiven Resonanz, bundesweit einige Standorte.

Zu Beginn hospitierten die jungen Frauen und Männer, die aktuell im zweiten Jahr ihrer Ausbildung sind, in verschiedensten Abteilungen der Bahnhofsverwaltung. Danach entwickelten sie in selbstständiger Arbeit Ideen. "Natürlich kann man nicht alles umsetzen, aber es soll wirklich was gemacht werden", sagt Maier. In dieser Woche wurden zum Beispiel die Glasvitrinen neu gestaltet. Eine große Putzaktion soll in der letzten Juni-Woche stattfinden, wenn das Projekt weiter geht. Am Bahnhofsvorplatz wollten sie das Vordach reparieren lassen. Allerdings kam ihnen bei diesem Vorhaben die Stadt zuvor. Sie will eine Tiefgarage für etwa 100 Autos unter dem Platz bauen lassen. Außerdem erhält das Hauptgebäude ein großes, gläsernes Vordach. Andere Projekte seien zu teuer gewesen oder wegen eines zu großen Verwaltungsaufwands in der kurzen Zeit für die Bahnangestellten aus Ulm und Stuttgart nicht umzusetzen.

Christos Saldes ist einer der Auszubildenden. Eigentlich geht der 18-Jährige seiner Arbeit an den Infoständen und Servicetheken am Stuttgarter Bahnhof nach. Ihm hat die Abwechselung Spaß bereitet. Er und seine Kollegin Zahida Bekaj konnten in einer Umfrage herausfinden, dass die Sicherheit am Bahnhof den Reisenden zu denken gibt. Sie wollen deshalb dafür sorgen, dass mehr Sicherheitspersonal vor Ort ist. Viele Göppinger Bürger und Besucher der Stadt empfahlen den Bau eines Drogeriemarkts im Bahnhofsgebäude. Diese Idee leiteten die beiden Kollegen an ihre Vorgesetzten weiter. In ein paar Wochen wird der zweite Teil des Projekts beginnen und die Azubis können die Konzepte noch umsetzen, für die in dieser Woche die Zeit gefehlt hat. Zum Abschluss laden Lehrlinge am 7. und 8. Juli zu einem Aktionstag, jeweils zwischen 10 und 13 Uhr, ein.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

52-Jähriger tötet Freundin und springt von Autobahnbrücke

Ein kreisender Hubschrauber hat am Mittwochabend im oberen Filstal für Aufsehen gesorgt. Ein 52-Jähriger hatte sich vom Maustobelviadukt in den Tod gestürzt. Zuvor hatte er im Landkreis Ludwigsburg seine Freundin getötet. weiter lesen