AUSFLUGSTIPP: Siegeszug der Konservenbüchse

Sie ist das Symbol der Ernährungsindustrie und stellt Nahrung unabhängig von der Erntezeit zur Verfügung. Sie ist leicht zu transportieren und bequem zu stapeln. Die Rede ist von der Konservendose.

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Das war einmal: Service an der Dose. Foto: Technoseum

Die Dose hat Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig verändert. In der Sonderausstellung "Unser täglich Brot . . . Die Industrialisierung der Ernährung", die bis 29. April im Technoseum in Mannheim zu sehen ist, wird die Erfindung und Entwicklung nachgezeichnet.

Ende des 18. Jahrhunderts bot Napoleon einen hohen Preis für den, der ein Verfahren fand, um Lebensmittel länger haltbar zu machen. Dabei ging es ihm um die Verpflegung seiner Soldaten. Denn die war auf langen Märschen schlecht, mehr Soldaten starben an schlechter Ernährung als durch Waffengewalt.

Im Jahr 1810 strich der Koch und Konditor Nicolas Appert das Preisgeld von über 12 000 Goldfranc ein. "Er hatte die entscheidende Idee, Nahrungsmittel in luftdicht verschlossenen Behältnissen zu erhitzen und setzte hierfür Glasflaschen ein - das Einmachen war erfunden", berichtet Dr. Kai Budde, Oberkonservator am Technoseum. Aber erst der britische Kaufmann Peter Durand vervollkommnete das Verfahren, indem er Apperts Prinzip mit Zinndosen umsetzte.

Seine Landsmänner Bryan Domkin und John Hall eröffneten 1812 die weltweit erste Konservenfabrik. Ihr erster Kunde war die britische Armee. Besonders gut bekam den Männern die Kost nicht: Die Zinndosen waren mit Blei verlötet, das in den Doseninhalt gelangte. Viele Soldaten starben an der schleichenden Vergiftung. Dennoch diente die Konserve lange der Truppenversorgung. In der Sonderausstellung sind unter anderem Konservendosen aus verschiedenen Jahrzehnten zu sehen, Dosenöffner, eine Verschließmaschine und ein Lötkasten. Denn die Metall-Behälter wurden im Hausgebrauch nach dem Mehrweg-Prinzip eingesetzt. Noch bis ins 20. Jahrhundert verlöteten Klempner private Konserven.

Um 1900 wurden allein in den USA über 700 Millionen Dosen hergestellt. Eine Renaissance erlebten sie in den 1960er Jahren besonders für eingemachte Südfrüchte, Tomaten und Gemüse sowie für Suppen. Seit Andy Warhol ist die Dose auch zur Konsum-Ikone geworden.

Infos www.technoseum.de

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