Aus für HNO-Notfalldienst sorgt für Ärger

Patienten, die außerhalb der normalen Sprechzeiten eine Notfallbehandlung benötigen, müssen sich umstellen. Den bisherigen HNO-Notdienst gibt es nicht mehr. Die Kreisärzteschaft ist darüber erzürnt.

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Die Kreisärzteschaft kritisiert das Ende des HNO-Notdienstes und will bei der Kassenärztlichen Vereinigung protestieren.  Foto: 

Bisher gab es im Kreis Göppingen auch für Hals-Nasen-Ohren (HNO)-Erkrankungen am Wochenende und an Feiertagen einen ärztlichen Notdienst. Jetzt fällt er ersatzlos weg. Dem Geislinger HNO-Facharzt Dr. Georg Phleps oblag es, diese Nachricht der Öffentlichkeit mitzuteilen. Nach den Entscheidungen und Vorgaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) werde die HNO-Notfallversorgung "nur noch und ausschließlich" an den hierfür eingerichteten HNO-Notfallpraxen erbracht. In Baden-Württemberg gebe es diese am Marienhospital in Stuttgart, in Villingen-Schwenningen, in Heilbronn und an der Universitätsklinik in Tübingen. In Ulm sei eine HNO-Notfallpraxis geplant, jedoch noch nicht "im Einsatz".

In Göppingen gibt es so etwas nicht. Es sei "dem Patienten freilich unbenommen, sich primär in der allgemeinärztlichen Notfallpraxis an der Klinik am Eichert vorzustellen", heißt es in dem Rundschreiben von Dr. Phleps. Bei der Kreisärzteschaft Göppingen ist man stinksauer - vor allem auf die Kassenärztliche Vereinigung, aber auch auf den Geislinger Kollegen.

"Wir als Kreisärzteschaft sind über das Aus für den HNO-Notdienst überhaupt nicht informiert worden. Wir kritisieren auch die Verordnung von oben nach unten", macht deren Sprecher Dr. Emil Frick seinem Ärger Luft. Die Änderung, die von diesem Samstag an gelte, bedeute eine "massive Verschlechterung der HNO-ärztlichen Notfallbehandlung im Kreis", so Frick. Kommende Woche will die Kreisärzteschaft auch offiziell bei der KV vorstellig werden, um ihre "Verwunderung und Verärgerung" zum Ausdruck zu bringen. Frick: "Mit lapidaren Worten erklärt der Geislinger Kollege Dr. Phleps, dass der alte Dienstplan zum 30. Juni endet und es einen neuen nicht mehr geben wird."

Für mehr als zehn Millionen Einwohner im Land stünden dann künftig gerade einmal vier Notfallpraxen zur Verfügung. Es sei "höchste Zeit", so der Sprecher der Kreisärzteschaft Göppingen, "dass sich Patientenverbände, Kassen und Politik mit diesem Notfalldienst-Unfug beschäftigen". Frick hält es zudem für medizinisch unverantwortlich, HNO-Notfall-Patienten einfach in die allgemeinärztliche Notfallpraxis zu schicken. "Da braucht man Fachpersonal. Es gibt Formen des Nasenblutens, die sind lebensgefährlich."

Notfallpraxis für Kinder nimmt Betrieb auf

Unumstritten ist dagegen eine Neuregelung, die ebenfalls an diesem Wochenende in Kraft tritt: In der Klinik am Eichert nimmt am Samstag, 5. Juli, die neue Notfallpraxis für Kinder und Jugendliche ihren Betrieb auf. Glasige Augen, glühende Wangen, stark erhöhte Temperatur der Sprösslinge am Wochenende - bisher mussten Eltern erst nachsehen, welche Kinderarztpraxis im Landkreis Notdienst hat. Jetzt können Eltern mit ihren Kindern direkt in die kinderärztliche Notfallpraxis in der Klinik fahren. Dort werden Notfälle außerhalb der normalen Sprechzeiten von niedergelassenen Kinderärzten aus dem Landkreis versorgt.

Geöffnet ist die Notfallpraxis im Erdgeschoss der Klinik samstags, sonntags sowie an Feiertagen von 8 bis 22 Uhr. Von 22 bis 8 Uhr des Folgetags werde die Versorgung durch die Ärzte der Kinderklinik am Eichert sichergestellt, teilen die Alb-Fils-Kliniken mit. Auch von Montag bis Freitag von 18 bis 8 Uhr bleibe die Notfallambulanz der Klinik wie bisher zentrale Anlaufstelle.

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