Aus für Göppinger Gas

Nach 103 Jahren stellte das Göppinger Gaswerk die Gaserzeugung ein. Ab August 1964 wurden die Göppinger nicht mehr mit stadteigenem Gas, sondern aus der Gasversorgung Süddeutschland versorgt.

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Die Gaskugel der EVF ist auch heute noch ein Göppinger Wahrzeichen. Doch sie dient nur noch als Speicher, die Erzeugung von eigenem Stadtgas wurde bereits im Jahr 1964 eingestellt.  Foto: 

Binnen 13 Minuten zog der Göppinger Gemeinderat am 23. Juli 1964 den Schlussstrich unter eine 103-jährige Tradition: Er beschloss die Einstellung der städtischen Gaserzeugung und den Übergang zum vollständigen Bezug aller benötigten Gasmengen bei der Gasversorgung Süddeutschland, wie die NWZ am 24. Juli 1964 schrieb. Alle Produktionsanlagen sollten 1965 abgebrochen werden. Dass im Göppinger Gaswerk künftig Gas nicht mehr erzeugt, sondern nur noch verteilt und verkauft wird, bekümmerte den Gemeinderat bei seiner Entscheidung wenig. Er hatte sich schließlich schon im Jahre 1961 davon überzeugen lassen, dass die eigene Gaserzeugung immer unrentabler werde und auf jeden Fall nicht so preisgünstig sei, wie der Bezug von Ferngas. So ging es bei der Diskussion in der Sitzung nur noch darum, was mit den bei der Gaserzeugung beschäftigten 16 Arbeitskräften geschehen werde. Festgestellt wurde, dass niemand entlassen zu werden brauchte.

Die Vorteile, dass die Stadt Göppingen nun mit 800 000 D-Mark als Gesellschafterin an der Gasversorgung Süddeutschland beteiligt war, waren noch nicht komplett zu überblicken. Einer der wichtigsten jedoch war es, dass es künftig in der Gaslieferung keine Schwierigkeiten mehr geben sollte - ganz egal, wie groß die Anforderungen im Winter sein sollten. Inwieweit die Gaspreise gesenkt werden konnten, sollte in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen beschlossen werden. Tatsache jedenfalls war, dass die Stadt das Ferngas zu wesentlich günstigere Preisen bezog. Außerdem hatte das Ferngas einen etwa zehn Prozent höheren Heizwert.

Was sonst noch geschah . . .

24. Juli 1964: Die

Maschinenfabrik Schuler

in Göppingen stiftet aus

Anlass ihres 125-jährigen Firmengeburtstags der Stadt Göppingen 100 000 D-Mark für gemeinnützige Zwecke.

1. August 1989: In Reichenbach/Fils wird in einem brennenden Holzstapel die verkohlte Leiche eines Mannes aufgefunden. Die Polizei tappt noch im Dunkeln, ermittelt in Richtung Mord und auch Selbstmord.

1. August 1989: Die Ulmer Staatsanwaltschaft ermittelt: In Oppingen wurde ein flüchtender Straftäter von einem Polizisten mit seiner Privatwaffe erschossen. Von drei Kugeln, die ihn

trafen, war eine tödlich.

SWP

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