Aus dem Schatten ins Licht

Das Karlstraßenquartier führte in den vergangenen Jahren eher ein Schattendasein. Das soll sich ändern. Das Förderprogramm "Kommunikation im Quartier" stieß im Stadtparlament auf offene Ohren.

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Das Karlstraßenquartier hat eine heterogene Struktur und zum Teil schlechte Bausubstanz, aber auch urbanen Charme. Das Förderprogramm "Kommunikation im Quartier" soll jetzt die Privatinitiative fördern und Potenziale wecken. Foto: Giacinto Carlucci

Zwischen urbanem Charme und schlechtem Image schwebt das Karlstraßenquartier in Göppingen seit je her. In den Achtziger- und Neunzigerjahren setzte ein Sanierungsprogramm vor allem an den öffentlichen Räumen an. Seither hat sich viel getan. Viele Gebäude sind jedoch immer noch in recht schlechtem Zustand.

Dabei hat das kleinräumig strukturierte Wohnquartier mit direktem Bezug zur Innenstadt durchaus weiteres Potenzial, finden die Stadtplaner. Die Verwaltung und der Verein Haus und Grund wollen deshalb dran bleiben. Der Grundbesitzerverein ergriff die Initiative. In das Förderprogramm "Kommunikation im Quartier" wurde die Gegend nun aufgenommen. Umfasst wird das Areal von der Sonnenbrücke, dem Volksbank-Rundling, Davidstraße, Gartenstraße und dem geplanten Einkaufszentrum in der Bleichstraße. Eine enge Mischung von Wohnen und Arbeiten ist zum Teil erhalten. Viele Menschen mit Migrationshintergrund leben hier.

Eines der Hauptziele ist die Aufwertung und Modernisierung sowie der Neubau von Gebäuden, aber auch Hof- und Freiflächen. Allerdings gibt es in dem Förderprogramm keine dicken Finanzspritzen für die Eigentümer. Die Unterstützung beschränkt sich auf Beratung und Kooperation für private Immobilienbesitzer und die vielen Gewerbetreibenden. Die Aktivitäten privater Akteure sollen stimuliert und koordiniert werden. Gedacht ist beispielsweise daran, ein Beratungsbüro einzurichten. Weitere Beteiligte wie die Kreissparkasse, die Kreishandwerkerschaft und Vereine sollen eingebunden werden. Gedacht ist auch daran, die Bewohner in Workshops mit einzubeziehen. Die Planung soll nicht von oben herab bestimmt werden. Ergänzend dazu sollen in der Kastanienallee Flächen und Treffpunkte für Senioren mit Sitz- und Spielmöglichkeiten angeboten werden.

Im Gemeinderat gab Stadtplanerin Eva Noller einen Überblick. Die Stadtplanerin betonte, dass vor allem auch in der Nähe zur Hochschule in wichtiges Potenzial des Quartiers liege, weil es auch für studentisches Wohnen geeignet sei. Dabei könne eine direkte Verbindung über die Fils hinüber zur Hochschule helfen. Wichtig sei auch eine Öffnung zum geplanten Einkaufszentrum in der Bleichstraße. Deshalb sei auch eine Platzgestaltung an der Geislinger Straße wünschenswert. Im Fokus der Stadtplanerin steht außerdem der Wunsch, die Straßenzüge zwischen Davidstraße und Karlstraße vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Für beide Punkte bekam sie Rückendeckung aus dem Gemeinderat. Christoph Weber (Grüne) beispielsweise lobte: "Wir knüpfen an das an, was vorhanden ist, eine reizvolle Mischung aus Wohnen und Arbeiten."

Konkrete Überlegungen gibt es schon: Geplant sind beispielsweise eine Initiative "Kauf statt Miete", die sich vor allem Haushalte mit Migrationshintergrund richtet. Es werden Stadtführungen vorbereitet, um das Gebiet ins Bewusstsein zu rücken. Bestehende Netzwerke im Quartier wie beispielsweise die türkischen Vereine werden aktiv angesprochen. In einem Punkt waren sich die Stadträte einig: Das Gebiet soll lebendig bleiben. Luxussanierungen mit Verdrängungswettbewerb sind nicht erwünscht.

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