INTERVIEW · JULIA NEIGEL: "Auf Tour fühl ich mich zu Hause"
Es könnte ein Höhepunkt der Freilichtspiele Adelberg werden: das Konzert Julia Neigels mit der Lumberjack Bigband. Im Gespräch mit Marcus Zecha verrät die Sängerin nicht nur, warum sie nicht mehr Jule heißt.
Sie kommen am 4. Juli nach Adelberg - mit exklusivem Bigband-Projekt. Ein großer Aufwand für ein Einzelkonzert: Wie kams dazu?
JULIA NEIGEL: Wir spielten in Lüneburg mit Ron Williams und meiner Band. Dort war auch Alexander Eissele. Nach dem Konzert kam er auf mich zu und sagte, er sei hin und weg und wolle mich davon überzeugen, mit seiner Bigband ein Konzert zu geben. Ron kannte die Band, die ein sehr hohes Niveau hat. Ich hab dann das von Gitte gehört und fand das alles so toll und das Projekt so spannend, dass ich zugesagt habe.
Wie ist das, wenn man seine Songs plötzlich im Bigband-Gewand hört?
NEIGEL: Die Probenphase kommt erst. Ich freue mich sehr darauf. Ich hab meine Songs einmal im Orchestergewand gehört, und das hat Riesenspaß gemacht. Ich weiß, dass die Band einen sehr guten Arrangeur hat, und gehe deshalb davon aus, dass es mir mit der Lumberjack Bigband ähnlich ergehen wird.
Sie sind gerade mit Edo Zanki und einem Rock- und Soul-Programm unterwegs. Ein gutes Gefühl, wieder auf Tour zu sein?
NEIGEL: Das ist ganz fantastisch. Ich hab lange pausiert. . . Wieder in dieses Tour-Flow-Feeling zu kommen, da fühl ich mich zu Hause.
Ihre Stimme umfasst vier Oktaven: Muss man so einen Ambitus trainieren oder hat man das einfach?
NEIGEL: Das entwickelt sich, und irgendwann hat mans dann, wobei ich nie das Augenmerk auf diese Oktavengröße gelegt habe. Ich wollte einfach meine Grenzen ausloten, wie hoch oder tief ich kommen kann, was mit der Stimme noch geht. Die ist ja in dem Sinne kein Instrument, sondern ein Ausdrucksorgan, das man in sich hat.
Verbessern Sie die Fans noch, die Sie Jule nennen?
NEIGEL: Es ist witzig, dass es kaum mehr jemand tut. Die meisten Fans verbessern sich von selbst. Ich bin nicht darüber böse, aber wenn man mich fragt, werde ich doch lieber Julia genannt.
Und warum?
NEIGEL: Weil ich Julia heiße. . . In meiner Jugend gab es eine Zeit, in der ich Jule genannt wurde. Ich hab mir den Namen gar nicht so ausgesucht, hab ihn aber nie korrigiert, und plötzlich war Jule im Bandnamen drin. . . Als dann diese Pause kam, hatte ich viel Zeit, ich kam bei mir selber an und merkte, dass ich den Namen Jule ablegen wollte.
Was erwartet das Publikum beim Konzert mit den Lumberjackern?
NEIGEL: Nicht nur Rock. Ich bin gerade in den letzten sechs, sieben Jahren dazu übergegangen, mich sehr breit zu entfalten. Und jetzt gerade mache ich immer wieder Akustik-Shows zwischen Jazz, Soul, Blues, Funk und Pop. Und diese Genre im Gesang werden im Zusammenhang mit den Big-Band-Arrangements ziemlich spannend sein.
Info
Karten für die Freilichtspiele Adelberg gibts in der Klostervilla, Telefon: (07166) 387, beim i-Punkt im Rathaus Göppingen und bei der NWZ, Telefon: (07161) 204-119.
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14.05.2010
Freut sich auf das "spannende Projekt" mit den Lumberjackern: Julia Neigel.
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