1,5 Millionen Euro an Forderungen gegenüber Zirn

Langenau. 

. Bei Informationsveranstaltungen in Giengen und Langenau sind 600 Landwirte aus ganz Süddeutschland über den aktuellen Stand der Landhandelsfirma Zirn informiert worden. Zirn hatte auch Niederlassungen im Kreis Göppingen (wir berichteten); die Teilnehmer vertraten im vorläufigen Insolvenzverfahren ein Forderungsvolumen von 1,5 Millionen Euro.

Gegen die Zirn-Geschäftsführung wurden schwere Vorwürfe laut: Insolvenz-Verschleppung, Kreditbetrug, Doppelübereignung, falsche Abrechnung. Die Landwirte nahmen kein Blatt vor den Mund, immer wieder brachen Emotionen aus.

"Die Situation im Unternehmen ist äußerst schwierig", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Pluta. Die unzureichende Absicherung von Düngervorauskassen habe bei vielen Landwirten erhebliche Schäden verursacht. Vor diesem Hintergrund sei die Verärgerung der Landwirte verständlich.

Betroffen vom Insolvenzfall sind auch Mitarbeiter der Firma, Lieferanten und Kreditinstitute.

Michael Zirn, bis zum Insolvenzantrag Geschäftsführer der Firma, verwahrte sich gegen die Ansicht, man hätte schon vor einem Jahr Insolvenz anmelden müssen: "Nach Verlusten aus dem operativen Geschäft in den Sparten Getreide und Düngemittel wurden Sanierungs- und Rettungsversuche unternommen."

Einen Zeitpunkt, wann die Insolvenz hätte angemeldet werden müssen, nannte auch Michael Pluta nicht. "Viel länger vorher", war seine Formulierung. Die Staatsanwaltschaft ist wegen der Vorwürfe noch nicht aktiv. Man erhalte eine Mitteilung vom zuständigen Insolvenzgericht, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Ellwangen, dann werde der Fall geprüft.

Mittlerweile gibt es erste Kaufinteressenten für die Zirn Agrar GmbH oder Teile des Unternehmens. Der Geschäftsbetrieb wird weiter in vollem Umfang aufrechterhalten. eb


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