Mit dem Rad durch Laos

Göppingen.  Ursprüngliche Dörfer, freundliche Menschen, dichte Urwälder sowie unvergleichliche Tempelanlagen erlebten Benjamin Spahr und Johanna Pettenpohl bei ihrer Radtour durch Laos und Kambodscha.

"Der Funke, mit dem Rad Teile Asiens zu erkunden, ist während meines Zivildienstes in Venezuela übergesprungen", erinnert sich Benjamin Spahr aus Bezgenriet. In Südamerika arbeitete er ein Jahr lang für das Projekt "Las Torres e.V." und betreute dabei Klein- und Schulkinder aus den vier Elendsvierteln in Caracas. Schon dort trat der Medizinstudent tüchtig in die Pedale seines selbst zusammengeschusterten Drahtesels und lernte auf über tausend Kilometern zum Amazonas Land und Leute so richtig kennen. In seiner Lebensgefährtin Johanna fand der Globetrotter hernach eine perfekte Begleitung für sein neues schweißtreibendes Vorhaben: Kambodscha und Laos.

Nachdem Visum beantragt, Fahrrad auf Vordermann und die Entfernungen auf der Karte mittels Faden ausgemessen waren, ging es im November entspannt und ohne große Zielsetzungen, was die täglichen Etappen anbetraf, los. Koffer? Fehlanzeige. Fahrradtasche, Schlafsack, Isomatte, etwas Flickzeug inklusive vier Fahrradschläuche und einen Reifen, mehr brauchte es nicht auf der 2500 Kilometer langen "Tour de Asia". "Ich bin nicht so der große Planer, sondern eher der spontane Typ", lacht der junge Mann, der sich während seines siebenwöchigen Aufenthalts stets problemlos mit Händen und Füßen verständigen konnte und zum Glück wie seine Partnerin nie gesundheitliche Probleme hatte. Am liebsten besuchten sie abgeschiedene Bergdörfer, wenngleich anfangs nicht unbedingt klar war, ob die Einheimischen ihnen auch wohl gesonnen waren. "Allen vorherigen Bedenken zum Trotz, hatten die ausnahmslos freundlichen Menschen ungeachtet ihrer zahlreichen Kinderschar stets eine warme Mahlzeit sowie eine Matratze für uns übrig", betont Benjamin Spahr und erzählt, dass sie im Dorf angesichts ihrer Herkunft oftmals die "Attraktion" schlechthin waren. Versteckten sich die Hektik meidenden Laoten lange Zeit hinter ihrem Bambusvorhang, öffnet sich das "Land der Tausend Elefanten" nun immer mehr und gilt als Geheimtipp für Fahrradfahrer.

Atemberaubende Landschaften, die heiligen Höhlen von Pak Ou mit tausenden von Buddhastatuen, tiefgreifende Begegnungen mit Bettelmönchen oder die Fahrt im Fischerboot über den Mekong nach Houayxay, waren nur einige unvergesslichen Momente in Laos. Gleichfalls sehr beeindruckend war im Nachbarland Kambodscha Siem Reap, das Tor zu Angkor Wat. Die Stadt mit dem mit Abstand anziehendsten Flair des Landes, den besten Bars und Restaurants, ist aber vor allem Ausgangspunkt zum spirituellen und politischen Zentrum des einst Südostasien beherrschenden Khmer-Reiches. "Dort befinden sich die größten historischen Tempelanlagen der Welt, ein Unesco Kulturerbe. Das teilweise von Riesenbäumen überwucherte und faszinierende Architektur-Monument diente seinerzeit als Kulisse für Tomb Raider", weiß der Weltenbummler. Natürlich stand auch die Hauptstadt Phnom Penh auf dem Programm, wo sich ganz in der Nähe das berühmte Massengrab "Killing Fields" befindet. Zwar nicht mit dem gängigen Tuk-Tuk, sondern lieber wie gewohnt auf dem eigenen Drahtesel, besuchten die Globetrotter Kampot, den Ort, wo der Pfeffer wächst. "Für uns war es die schönste Art, den Lebensrhythmus dieser zwei Länder zu erfahren und dabei die Menschen kennen zu lernen. Man ist schnell genug um weite Strecken zurück zu legen, gleichwohl aber in der glücklichen Lage, alles ausführlich zu sehen und dem Zufall seinen Raum zu lassen", findet Benjamin Spahr.


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