An Katastrophe vorbeigeschrammt

Eine Autolackiererei stand gestern Nachmittag in der Maybachstraße in Göppingen in Flammen. Die Feuerwehr musste Gasflaschen sichern und Chemikalien löschen. Zum Glück wurde niemand verletzt.

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Katastrophe verhindert: 35 Feuerwehrleute brachten den Brand im Auto-Lackierbetrieb Bauer in Göppingen schnell unter Kontrolle. Foto: Staufenpress

Ein weit sichtbarer Rauchpilz stand schon kurz nach dem Ausbruch des Feuers gegen 14.15 Uhr über dem Gebäude. Drinnen brannten nicht nur ein Auto, sondern auch Lacke, Lösungsmittel und andere Chemikalien. Außerdem standen dicht neben den lodernden Flammen zahlreiche Spraydosen und zwei große Gasflaschen - ausreichend Material für eine filmreife Explosion. Doch die Feuerwehr war schneller und konnte eine Katastrophe verhindern.

Ein Ford Fiesta älteren Baujahrs war nach Schweißarbeiten in Flammen aufgegangen. "Rasend schnell griff das Feuer um sich", beschrieb ein Mitarbeiter der Autolackiererei Bauer in Göppingen das Geschehen. Da half es auch nichts, dass der Brand mit zwei Feuerlöschern bekämpft wurde. "Die Löscher waren ruck-zuck leer, doch das Fahrzeug brannte weiter", erzählte der Inhaber Thomas Bauer, der kurz nach Ausbruch des Feuers mit einem Mitarbeiter von einer Dienstfahrt zurück kam und ins Geschehen stolperte. Der anwesende Mitarbeiter wollte das Fahrzeug noch von der Hebebühne holen, doch alles sei schon so heiß gewesen, dass sich kein Schalter mehr bedienen ließ. "Plötzlich knallte es mehrfach um uns herum", schilderte einer der Kollegen. "Vermutlich platzten Glasscheiben oder Ähnliches." Die drei Firmenangehörigen verließen die Werkstatt, ab jetzt konnten sie nichts mehr gegen das Feuer unternehmen. "Der Qualm war ohnehin schon so dicht, dass man nichts mehr sehen konnte."

Die explosionsgefährdeten Spraydosen hielten der Hitze glücklicherweise Stand. Ebenso die beiden Gasflaschen. "Wer Gefahrgut in einem Betrieb besitzt, muss spezielle Sicherheitsvorschriften einhalten", erklärte Rudi Bauer, Sprecher der Polizeidirektion Göppingen. Bis die Feuerwehr eintraf, stand auch das Dach der Werkstatt in Flammen. 35 Feuerwehrleute waren mit sieben Fahrzeugen im Einsatz, um Schlimmeres zu verhindern. "Wir waren auf einen Vollbrand vorbereitet", berichtete Kreisbrandmeister Dr. Michael Reick. "Als wir ankamen, stand der gesamte Eingangsbereich und das Dach in Flammen. Doch ganz so bedrohlich war die Situation nicht, wir konnten den Brand relativ schnell wieder unter Kontrolle bringen." Die Drehleiter wurde trotzdem so platziert, dass ein eventuelles Übergreifen der Flammen auf das Nachbargebäude verhindert werden konnte.

Alle Räume des Gebäudes waren nach dem Brand komplett verraucht. Die Feuerwehr versuchte, mit großen Ventilatoren Frischluft durch die Räume zu pumpen, um die Rauchschäden zu minimieren. "Der Bürobereich ist heil geblieben", freut sich Bauer. Zumindest bis auf den Rauch im Raum. Die Anfangs befürchteten Rauchvergiftungen der drei anwesenden Mitarbeiter bestätigten sich nicht.

Der Sachschaden am Gebäude wird auf über 50 000 Euro geschätzt. Die Mitarbeiter werden sich nun erst einmal um die Aufräumarbeiten kümmern. Bauer wird sich so lange überlegen, wie es weitergeht mit dem Betrieb.

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