Ambulanter Pflegedienst der Awo fährt nun mit Elektro-Smarts

Der Fuhrpark der Göppinger Arbeiterwohlfahrt ist teilweise auf Elektromobilität umgestellt. Vom kommenden Januar an soll der ambulante Pflegedienst mit drei Elektrosmarts zu Hausbesuchen fahren.

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Wie schon im Juli 1991 ist die Göppinger Arbeiterwohlfahrt (Awo) nun wieder Vorreiter mit einem zukunftsgerichteten Fuhrpark. Während es vor rund 20 Jahren noch Dreiräder waren, die mit Sonnenenergie aus der eigenen Solartankstelle gespeist wurden, setzt der soziale Dienstleister nun auf Elektro-Smarts. Die Fahrzeuge mit einer Reichweite von 140 Kilometern erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde. Der Grundpreis des Wagens erwirtschaftet sich jedoch oft schnell wieder: Im Fall der Awo rechnen sich die drei Kleinfahrzeuge nach sechseinhalb Jahren. Zusätzlich wurde die Awo von der Kreissparkasse mit 15.000 Euro unterstützt.

Die ältesten der 15 konventionellen Dienstfahrzeuge wurden jetzt durch die Elektro-Smarts ersetzt. Mario Schmidt, Mitglied der Geschäftsführung, hat das Projekt bei der Awo initiiert. Bei einer Projektarbeit für den Abschluss zum Technischen Betriebswirt stieß er auf das Thema: Wie lassen sich die Kosten für einen Fuhrpark reduzieren? Als er die Idee nach Fertigstellung der Arbeit im Juli 2012 dem Geschäftsführer der Awo, Jürgen Hamann, vorstellte, war dieser begeistert. Die Theorie wurde daher in die Praxis umgesetzt.

Schmidt rechnete alle betroffenen Teilgebiete durch: Die bereits bestehende Photovoltaikanlage, die Wartungskosten und auch die Stromtankstellen. Die Stromtankstellen bezog die Awo von einer Salacher Firma. Die sogenannte "Wallbox" wurde an der Hauswand montiert und nach eineinhalb Stunden ist ein Smart vollgeladen. Da der Ölwechsel und Ähnliches wegfallen, lassen sich die Betriebskosten gegenüber den alten Benzinern um 9000 Euro pro Jahr senken. Selbst wenn der Preis für Strom drastisch erhöht werde, rechne sich der Umstieg auf Elektro-Autos. Den Strom beziehe die Awo derzeit von einem regionalen Öko-Stromanbieter, sagt Schmidt. Die Vorteile der elektronischen Smarts seien unter anderem auch eine lange Lebensdauer.

"Die Awo sieht sich als Vorreiter im Kreis und übernimmt eine Vorbildfunktion", meint Hamann. "Wir haben damit den Umweltschutz und die sozialen Dienstleistungen unter einen Hut bekommen", ergänzt Schmidt. Die Pflegekräfte fahren eine Tour von 50 Kilometern am Tag, also reicht die Strommenge für diese Kurzstrecken völlig aus. Da sich das Auto auch beim Bremsen auflädt, können prinzipiell auch längere Strecken gefahren werden. In die Autos hat die Awo eine Vorrichtung einbauen lassen, die künstlich Lärm erzeugt. Ohne dieses Zusatzpaket ist der Elektro-Smart leise und wird oft übersehen.

Christine Kumpf, Leiterin der Stabstelle Wirtschaftsförderung bei der Stadt Göppingen, sieht es als wichtigste Aufgabe für die Elektromobilität im Landkreis, die Infrastruktur aufzubauen. Sie hält es für wichtig, Stromtankstellen für die Öffentlichkeit aufzustellen, so dass das Elektroauto für die Bevölkerung attraktiver wird. Es gebe noch viele Punkte zu überdenken, wie zum Beispiel, wo die Tanksäulen positioniert sein sollen und wie viele es geben soll, sagt Kumpf. Dazu müssten die Nutzung und das Fahrverhalten der Fahrzeughalter beobachtet werden. In den kommenden zwei Monaten sollen in Göppingen vier Ladesäulen, darunter zwei öffentliche Stromtankstellen, entstehen. Eine Lademöglichkeit für die Öffentlichkeit wird im Parkhaus Jahnstraße und eine andere an der Göppinger Hochschule an der Robert-Bosch-Straße gebaut. Bisher kann der Besitzer eines Elektro-Autos an Ladesäulen kostenlos das Auto aufladen.

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