Alter Transporter wieder fit

Mit einem besonderen Ausbildungsprojekt hat die Kfz-Innung einen guten Zweck erfüllt. Ein alter Pritschenwagen wurde komplett restauriert und kann ab heute wieder eingesetzt werden.

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  • Die Auszubildenden im Kfz-Gewerbe im Landkreis haben einen alten Pritschenwagen restauriert. Er kann jetzt wieder auf dem Waldeckhof in Jebenhausen eingesetzt werden. Fotos: Kfz-Innung / Staufenpress 1/4
    Die Auszubildenden im Kfz-Gewerbe im Landkreis haben einen alten Pritschenwagen restauriert. Er kann jetzt wieder auf dem Waldeckhof in Jebenhausen eingesetzt werden. Fotos: Kfz-Innung / Staufenpress
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Bei einer der zahlreichen Ausbildungs-Ausschusssitzungen der Kfz-Innung machten sich die Teilnehmer darüber Gedanken, wie es gelingen könne, den Lehrlingen im Verlauf der Ausbildungszeit Sozialkompetenzen zu vermitteln. Die Ausbildung sollte zum einen Spaß machen, zugleich wollte man sich mit einem geeigneten Projekt auch sozial engagieren.

2011 war nach vielen Diskussionen und Gesprächen ein heimatnahes Engagement gesucht und gefunden. Denn just zu dieser Zeit war ein Pritschenwagen der Staufen Arbeits- und Beschäftigungsförderungs gGmbH auf dem Waldeckhof in Jebenhausen ausgefallen: Wegen wirtschaftlichen Totalschadens. Die prognostizierten Reparaturkosten lohnten sich nicht mehr, und somit war die Idee geboren, ein bereits vorhandenes Fahrzeug für "schmale Kohle" wieder in den Verkehr zu bringen, wie sich Hans-Walter Schurr aus Faurndau erinnert.

Bei dem Pritschenwagen handelt es sich um einen eher seltenen VW-T4 mit Doppelkabine und Pritsche, Baujahr 1998, und einem Kilometerstand von fast 200 000. "Da dieses Fahrzeug ein nicht weit verbreitetes Modell ist, hat sich der Aufwand einer Instandsetzung gelohnt", so Schurr weiter.

In der Jahreshauptversammlung 2012 wurde die Idee den Innungsmitgliedern vorgestellt und spontan entschieden, dass einzelne Mitgliedsbetriebe durch Ersatzteil-oder Geldspenden das Projekt mitfinanzieren könnten. Die Ausbildungsbetriebe der Schüler waren ebenfalls in der Hauptversammlung dabei und sofort von der Idee begeistert. Sie empfanden das Projekt als eine gute Übung für ihre Lehrlinge, an einem praktischen Beispiel zu lernen. Hans-Walter Schurr war von den positiven Reaktionen begeistert. "Es war sensationell, dass die Betriebe so viel Einsatzwillen gezeigt haben." So habe beispielsweise selbst der Tüv das Auto zum Schluss kostenlos geprüft und Hahn Automobile aus Ebersbach hat den Wagen komplett lackiert, was einem Wert von 3000 Euro entspricht.

Im Spätherbst 2012 begann die Restaurierung des sehr mitgenommenen Pritschenfahrzeuges in einer Halle in Faurndau. Zwei volle Schultage wurden mit Genehmigung des Leiters der Gewerblichen Schule Göppingen, Siegfried Pietrass, mit zwei kompletten Klassen des damals dritten Lehrjahres geopfert. Der Unterricht wurde vom Klassenzimmer ans Objekt in der Faurndauer Halle verlegt. Zusätzlich wurden freiwillige Schichten samstags von 9 bis 13 Uhr eingeführt, die dann aber mangels Beteiligung öfters reine Einmann-Veranstaltungen waren.

Somit verlangsamte sich die Fertigstellung und drohte schlussendlich sogar zu scheitern. Aber es gab auch Samstage, an denen ein paar Wenige, die offensichtlich Spaß an der Arbeit hatten, zusätzlich am Pritschenfahrzeug arbeiten wollten. Am Ende griffen noch Meister und Gesellen mit ein, um die Fahrzeugrestaurierung zu beenden und den Wagen dem Tüv in Göppingen vorzuführen.

Durch die Fertigstellung des Wagens kann dieser wieder für die Arbeit des Waldeckhofs zur Verfügung stehen. Während des Projektes ging es neben der Reparatur des Pritschenwagens natürlich auch darum, dass die Auszubildenden gemeinsam gearbeitet haben. Darüber hinaus haben sie auf diese Weise einen besonderen Einblick in eine Fahrzeugreparatur erhalten. Beispielsweise wurde eine Bremse komplett neu eingebaut und diese Aufgabe zuvor mit den Auszubildenden genau durchgesprochen. Da dies im alltäglichen Ausbildungsablauf zu aufwendig wäre, den Schülern vorzuführen, wird diese Arbeit in der normalen Lehrzeit selten so genau gezeigt. In der Schulwerkstatt läuft es zwar ähnlich ab, aber meistens beschäftigen sich dort ungefähr 25 Schüler an einer Aufgabe ihres Lehrers und ein Auszubildender darf vor dem Rest diese lösen. In dem Fall gab es für die insgesamt 60 Schüler die Möglichkeit an einem größeren Projekt zusammenzuarbeiten. Aber nicht nur die Schüler waren beteiligt, sondern auch ihre jeweiligen Klassenlehrer waren dabei. "Wir können sehr stolz auf unsere Azubis sein, sie haben alle gute Arbeit geleistet", betont Schurr.

Alles in allem wurde ein solches Projekt von der Innung zum ersten Mal durchgeführt und es war laut Schurr für alle Beteiligten eine gute Erfahrung und für die Schüler eine lohnenswerte Übung.

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