Agnes Schlotter ist Fan der ersten Stunde

Agnes Schlotter aus Ebersbach geht war bei fast jedem Sommerfestival auf Schloss Filseck dabei.

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Für neun Tage im Jahr ist der Innenhof von Schloss Filseck ihr zweites Wohnzimmer. Immer Ende Juli verbringt Agnes Schlotter ihre Abende am liebsten beim Sommerfestival – und das seit langer Zeit. Das erste Festival 1995, erzählt sie, habe sie verpasst. Damals stand die ehemalige Grundschullehrerin aus Ebersbach kurz vor der Pensionierung. Doch schon im Jahr darauf wurde die frischgebackene Rentnerin Mitglied im Verein Musik auf Schloss Filseck.

Für sie war diese Initiative immer schon „etwas ganz Besonderes“, und sie wollte das regionale kulturelle Engagement des jungen Vereins unterstützen. Anfangs ging sie vor allem zu den Kindermusical-Aufführungen, nahm dann Stück um Stück mehr vom Festival wahr, bis sie irgendwann vor rund zehn Jahren dazu kam, alle Abende zu besuchen – „von denen ich keinen missen möchte“, lacht sie.

Von allen treuen Sommerfestival-Besuchern dürfte Agnes Schlotter diejenige sein, die die meisten Konzerte gehört hat. Nicht jedes gefiel ihr gleich gut, aber die vitale 83-Jährige ist bis heute bemerkenswert neugierig, offen und begeisterungsfähig. Sie schätzt gerade die große Vielfalt auf dem Filseck, und „es gab nur ganz wenige Sachen, von denen ich nicht so angetan war“, lautet ihr Resümee.

Seit jeher hat Agnes Schlotter ein besonderes Faible für die Musik. Aufgewachsen in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Weil der Stadt, hatte sie das Glück, schon als Kind Klavierunterricht zu bekommen, später spielte sie auch Orgel.

Mit dem aktiven Musizieren hat sie inzwischen aufgehört, desto aktiver nimmt sie „passiv“ am Musikleben teil: Sie hat zwei Konzertmieten und zwei Opernabonnements in Stuttgart, ist Mitglied im Kulturkreis Göppingen mit zehn Meisterkonzerten pro Jahr und besucht selbst darüber hinaus noch Konzerte in  der Region. „Das ist das, was ich mir leiste“, sagt die drahtige weißhaarige Dame – und in ihren Augen funkelt das Feuer der Begeisterung. Sie genießt Musik in vollen Zügen, sie genießt ihr Leben mit Musik – und ganz besonders auch mit Musik auf Schloss Filseck.

Nach all den Jahren kennt die lebhafte, kommunikative Frau  jede Menge Leute beim Sommerfestival, vom künstlerischen Leiter Gerald Buß über viele ehrenamtlichen Helfer bis hin zu anderen Stammgästen. Die familiäre Atmosphäre gefällt ihr. Man grüßt sich, redet und lacht miteinander – und stößt mit einem Festivalcocktail auf das jährliche Wiedersehen an, auf das gelungene Konzert gestern oder auf gutes Wetter für morgen.

Agnes Schlotter bewundert, was hier alles auf die Beine gestellt wird, und besonders bewundert sie das große ehrenamtliche Engagement. Sie selbst hat sich 19 Jahre lang ehrenamtlich in der Hospizarbeit engagiert, seit zwölf Jahren tut sie es in einem Altersheim in Uhingen, wo sie Menschen, die nicht mehr so fit sind wie sie, zum Gottesdienst begleitet und etwas Zeit mit ihnen zu verbringt. Dass sie selbst noch so gesund und vital ist, dafür ist sie unendlich dankbar. Ob es die Musik ist, die Agnes Schlotter im Geist und im Herzen so jung gehalten hat? Nicht auszuschließen. Mit Sicherheit hat die hohe Musikdosierung nicht geschadet – und sei hiermit zur Nachahmung empfohlen.

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Musik auf Schloss Filseck

Zehn Konzerte bot das Sommerfestival Musik auf Schloss Filseck vom 23. Juli bis 31. Juli.

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