Adelberger Gemeinderat spricht von "Zerwürfnis mit Bürgermeisterin"

In Adelberg hängt auch nach dem Bürgerentscheid der Haussegen weiter schief. Jetzt gibt es eine außerordentliche Gemeinderatssitzung.

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Auch einige Monate nach dem Adelberger Bürgerentscheid zum Verkauf des Montemaris und des Campingplatzes scheint der Wunsch, dass jetzt endlich die Streitereien in der Gemeinde aufhören, nicht erhört worden zu sein. Denn nachdem die reguläre Gemeinderatssitzung am 20. Februar ausgefallen ist, wird es jetzt am Donnerstag eine außerordentliche Gemeinderatssitzung geben (ab 19 Uhr im Rathaus). Und dies, so hat es den Anschein, nicht im Einvernehmen mit Bürgermeisterin Carmen Marquardt. Denn zum einen findet die Sitzung ausdrücklich auf Wunsch der Mehrheit des Gemeinderates statt, zum anderen hat es auch die Tagesordnung in sich.

Themen sind zum Beispiel die „Vorstellung einer möglichen Campingplatzlösung“, die „Abstimmung über das Mitspracherecht des Gemeinderats bei der Öffentlichkeitsarbeit“ sowie die „Abstimmung über den Antrag auf Kostenübernahme für Rechtsberatung im Zuge der Gemeinderatstätigkeit“. Zudem geht es in der Sondersitzung auch um die Gründe für den Ausfall der geplanten Gemeinderatssitzung am 20. Februar. „Die Sitzung ist vom Rathaus nicht abgesagt worden“, sagt Gemeinderat Dietmar Stumpp von der Fraktion „Wir für Adelberg“. „Wir Gemeinderäte wurden nicht informiert. Es wurden einfach keine Gemeinderatsunterlagen vom Rathaus verschickt.“

Im Mai wird der Rat neu gewählt

Daher hätten neun der zehn Adelberger Gemeinderäte für die Sondersitzung votiert. „Ich denke, dass gewisse Tagesordnungspunkte und Anträge von Gemeinderäten möglichst weit nach hinten verschoben werden sollten“, meint Stumpp als Grund für den Ausfall der Gemeinderatssitzung. Denn im Mai werde der Rat neu gewählt. „Deshalb wollen wir die Punkte, die den jetzigen Gemeinderat betreffen, auch noch in dieser Wahlperiode besprechen.“

Zwischen der Mehrheit des Adelberger Gemeinderates und Bürgermeisterin Marquardt stimmt die Chemie schon lange nicht mehr. Stumpp redet gar von einem „Zerwürfnis der Gemeinderatsmehrheit mit der Bürgermeisterin“.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt, der am Donnerstag behandelt werden soll, ist die „Info über die Begehung des Campingplatzes vom 11. Februar mit Herrn Prof. Dr. Lang“. Diese Begehung sei vom Gemeinderat initiiert worden, das Protokoll dieser Begegnung werde den Gemeinderäten aber von der Bürgermeisterin nach wie vor vorenthalten, weshalb es schon zwei Dienstaufsichtsbeschwerden gegen Marquardt gegeben habe. Ein anderes Thema, dass die Gemeinderatsmehrheit gerne auf der Tagesordnung gesehen hätte, wäre die „Zusammenarbeit zwischen der Bürgermeisterin und dem Gemeinderat“ gewesen. Diesen Punkt wollte Marquardt aber nur nichtöffentlich beraten, weswegen er nun nicht auf der öffentlichen Tagesordnung stehe, erklärt Stumpp. Allerdings habe der Rechtsanwalt der Gemeinderatsmehrheit bestätigt, dass es keinen Grund dafür gebe, diesen Punkt nichtöffentlich zu beraten.

Bürgermeisterin Marquardt war am Montag bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Allerdings ließ sie über Umwege mitteilen, dass sie am Donnerstag wohl nicht zur Gemeinderatssitzung erscheinen wird.

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