A-Cappella-Band „Slixs“ spaltet das Publikum

Selten fiel das Urteil der Besucher des Sommerfestivals auf Schloss Filseck bei Uhingen so zweigeteilt aus wie bei „Slixs“.

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„Es ist ein Gefühl, wie nach Hause kommen“, freut sich Michael Eimann und kündigt als „Gruppensprecher“ an, sein Publikum später darüber aufzuklären, wie diesmal der Kauf von Schloss Filseck klappen könnte. Als wären keine zwei Jahre vergangen, zeigt sich der „Slixs“-Sänger abermals in Plauderlaune und erinnert daran, wie wild damals die erste Reihe getanzt habe.

Mit interaktiven Aktionen hatten die rund 600 Zuschauer diesmal nicht so viel am Hut. Zwar gab es immer wieder verdienten Beifall oder gar vereinzelte Jubelrufe, aber so richtig aus sich heraus gingen die Besucher im Grunde erst nach der Zugabe.

Nicht so „Slixs“. Die preisgekrönte A-Capella-Formation zeigt vom ersten Lied an, wo der Hammer hängt und zelebriert förmlich ihren Anspruch, mehr als „nur“ richtig gute Musik zu machen. Jeder Einzelne profitiert von seinem tonalen Alleinstellungsmerkmal, lotet nahezu perfekt aus, was mit Stimmbändern und Kehlkopf alles möglich ist.

Und doch, es sind die „ganz gewöhnlichen“ Lieder, jene, ohne allzu viel „Funky-Instrumenten-Tamtam“, die viele an diesem Abend vermissen, weil sie ihnen einfach am besten gefallen. Freilich sehen das viele völlig anders. Schätzen nicht nur die vokale Gleichwertigkeit des Sextetts aus einem Guss, sondern gerade die tiefen Bass-Grooves oder knackigen Bläser-Riffs. Kurzum: Selten fällt das Urteil der Besucher so zweigeteilt aus wie bei „Slixs“.

Dass Katharina Debus, mit glockenheller und dennoch kraftvoller Stimme im „Kosmos- und chaosgleichen Ensemble“ für Strahlkraft sorgt und Karsten Müller, Thomas Piontek, Konrad Zeiner sowie Michael Eimann – der Kopf der seit 2006 unveränderten Gruppe aus Berlin, Leipzig und Halle, gleichfalls famose Sänger mit Rhythmus-Gefühl sind, steht bei den Zuschauern außer Frage. Auserkorener Liebling war freilich Gregorio D’Clouet Hernández, der insbesondere als Solist das Oktaven-Wunder der Gruppe ist. So schwärmt eine Dame: „Seine Stimme in den hohen Tönen – zum Niederknien.“

Waghalsig nennen „Slixs“ mit dem Beinamen „Vocal Bastard“ selbst ihren ungewöhnlichen Mix aus Weltmusik und Klassik, aus Jazz, Pop und Funk, Chorälen, Scat sowie Gospel. Dieses Attribut trifft zu, wenn Michael Eimanns chinesisches Volkslied „Jasmin Flower“ oder „Bachs Goldberg-Variationen 7 und 1“, David Bowies „Heroes“ und William Shakespeares Sonett „Shall I Compare Thee to a Summer’s Day“ sich mit „Boogie Down“ sowie dem französischen „Dormeur Du Val” ein Stelldichein auf der Bühne geben. Außergewöhnlich und hörenswert war das Konzert am Freitag auf Schloss Filseck allemal.

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