"Total authentisch"

Nun steht es fest: Joachim Gauck soll neuer Bundespräsident werden. Dem parteilosen Bürgerrechtler und Theologen trauen die Göppinger Passanten schon jetzt mehr zu als seinem Vorgänger Christian Wulff.

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Im Jahr 1999 lehnte Gauck noch ab: Auf den zweiten Anlauf soll es nun klappen. Bundeskanzlerin Merkel hat am Sonntagabend ihren Widerstand gegen SPD und Grüne aufgegeben und Joachim Gauck als neuen Bundespräsidenten akzeptiert. Die FDP hatte den Bürgerrechtler überraschend unterstützt.

"Gauck unterscheidet sich von den anderen Politikern", beschreibt Maren Matzner-Zillich aus Süßen. Für das Amt des Bundespräsidenten hätte sich die Süßenerin zwar lieber Margot Käßmann gewünscht, jedoch ist sie mit Gauck auch zufrieden. "Er kann es nur besser machen als seine Vorgänger", ist sich Matzner-Zillich sicher. Nebenbei freut sie sich, dass Gauck parteiübergreifend gewählt wurde.

Gisela Grünenwald findet Joachim Gauck sympathisch und kompetent. "Er wirkt total authentisch, das gibt mir das Gefühl, dass er seines Amtes gut walten wird". Und das habe nichts damit zu tun, dass er einmal Pastor war. Sie vertraue da einfach ihrem Bauchgefühl, sagt die Göppingerin.

Auch Friedrich Hog ist Gauck gegenüber positiv eingestellt. "Er hat nicht nur ein gutes Standing, sondern besitzt auch eine natürlich Autorität", erklärt der Obermarchtaler und fährt fort, "Außerdem hat er schon damals als DDR-Bürgerrechtler viel geleistet." Seine Parteilosigkeit sei dabei sehr hilfreich und wichtig in der jetzigen Situation, meint Hog. "Unsere Bundeskanzlerin hat sich schon zwei Mal vergriffen. Jetzt kann sich jemand aus anderen Kreisen als der CDU beweisen", sagt Hog.

"An und für sich ist es eine gute Entscheidung, Gauck als Bundespräsidenten zu wählen", meint Jutta Steiner-Bölke. Man könne nur hoffen, dass er seine Arbeit besser erledigen wird, als sein Vorgänger, lässt die Göppingerin verlauten. Auch sie sieht seine Parteilosigkeit als Vorteil für das Amt des Bundespräsidenten.

Philipp Roth ist sich noch nicht ganz sicher, was er von Joachim Gauck als Bundespräsident halten soll. Der 21-jährige Jurastudent aus Birenbach hält ihn trotz allem für den geeignetsten der zur Auswahl stehenden Kandidaten. "Die anderen Anwärter sind in zu wichtigen Positionen, als dass sie davon abgezogen werden könnten." Eines ist sich Philipp Roth jedoch sicher und lacht: "Hauptsache es wird nicht die von der Leyen!"

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